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Zeit für Mythen
Im Bulgari Hotel in Mailand tickt die Uhr so dezent wie nirgends sonst in der italienischen Metropole.
Text: Dr. Hans Christian Meiser

- Der unverkennbare Duft von Bulgari-Kerzen empfängt den Besucher im Spa des Hauses
Es ist der unvergleichliche, an grünen Tee erinnernde Bulgari-Duft, der die Suite durchströmt. Die Quelle: drei kleine Kerzen, die am Rande der ovalen Badewanne aus Vicenza-Stein den Gast in das asiatisch-minimalistische Reich des 2004 eröffneten Luxushotels einstimmen. Nur 58 Zimmer und Suiten sind es, die hier, im Renommierviertel Brera, auf die Gäste warten. Das tun sie aber nicht lange. Bulgari ist ein Mythos, der für zeitgenössisches Design und höchsten Qualitätsanspruch steht. Diesen Mythos nehmen vor allem Menschen aus der Welt der Mode und des Films für sich in Anspruch, und so kommt es, dass man in der Via Fratelli Gabba 7/b erstaunlich viele Gesichter sieht, die einem irgendwie bekannt vorkommen.
Luxusboutiquen und Leonardos „L’ultima cena“

- Minimalistische Eleganz: die Zimmer im Bulgari überzeugen mit dezent zeitgenössischem Design und klassischem Charme. (Bilder: Richard Bryant/arcaid.co.uk)
Vielleicht liegt es aber auch an den vielen Luxusboutiquen der Via Monte Napoleone und der Via Alessandro Manzoni, in denen Frau und Mann den neuesten Kreationen der bekanntesten Mode- und Accessoireschöpfer begegnen kann. Die weltberühmte „Galeria“ ist ebenfalls nur einige Minuten entfernt, genauso wie die Scala und der Dom, in dem neuerdings die Messe per Video auf die hinteren Bänke übertragen wird. Und Leonardos „L’ultima cena“ in der Sakristei von S. Maria della Grazie (mit dem Taxi fünf Minuten) erfährt seit Dan Browns Buch „Sakrileg“ einen besonderen Besucherstrom. Jeder will wissen, ob Johannes in Wirklichkeit Maria Magdalena ist.
Über all dies kann man dann im 4000 m² großen Stadtgarten, an der Bar oder im Restaurant des Bulgari Hotels nachdenken. Oder aber im (etwas zu klein geratenen) Spa, in dem mit ESPA-Produkten die Schönheit noch schöner gemacht wird. Das Bulgari mutet eigentlich gar nicht wie ein Cityhotel an, eher wie ein Ressort – und das ist vermutlich das Geheimnis seines unvergleichlichen Charmes, der einem schon beim Check-in erfreut, denn es werden – ganz wie bei einem Insel-Ressort – je nach Jahreszeit heiße oder kalte Handtücher zur Erfrischung gereicht.
Eine Fortsetzung dieses Charmes findet man übrigens im Ta-Hua Restaurant. Dieses ist zwar chinesisch, sieht aber wie eine Fortsetzung des Hotels aus. Und die Küche ist so abwechslungsreich wie grandios. Der Besitzer, ein Italiener, der mit einer Chinesin verheiratet ist, hat mit seiner Kreation den Nachweis erbracht, dass die Liebe wirklich durch den Magen geht! Und so wird man relaxt wie selten diese Stadt wieder verlassen und diejenigen eines Besseren belehren, die sich immer nur über das italienische Chaos echauffieren. Im Bulgari Hotel hat man davon noch nie etwas gehört.
Informationen
Bulgari Hotel
Via Privata Fratelli Gabba 7/b
20121 Mailand
Zimmer ab 560 Euro
Tel. 0039/02/8058051
www.bulgarihotels.com
buchbar auch über Radermacher Reisen,
Tel. 00 49/20 43-37 76 34




