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Wohnen wie die Fürsten


Zwischen Florenz und Siena, da, wo die Toskana am schönsten ist, lädt das Leading Small Hotel Castello del Nero dazu ein, Burgherr auf Zeit zu sein.

 

Text: Gerd Giesler 

 

In Suite Nr. 118 schläft man von Fresken umgeben wie im Himmel.

Das Kampfgebrüll ghibellinischer und guelfischer Ritter war längst verhallt, da wurde im Hof des Castello del Nero eine Zeder gepflanzt. Es muss ein umsichtiger Gärtner der Familie Del Nero gewesen sein, der dem im 12. Jahrhundert 30 Kilometer südlich von Florenz errichteten Sommersitz des florentinischen Adelsgeschlechts damit ein lauschiges Plätzchen schenkte. 400 Jahre ist das her. 400 Jahre, über die der inzwischen stolze Baum viel erzählen könnte. Vom Niedergang der Del Neros im 19. Jahrhundert zum Beispiel, von den Torrigianis, die das Castello damals übernahmen und vom heutigen Besitzer Robert Trotta. Dieser, Enkel eines in die USA ausgewanderten und durch den Handel mit Schrott zu Reichtum gekommenen Italieners, baute das imposante Gebäude in ein elegantes Boutiquehotel um.

  

Historische Fresken und Himmelbett

Die Verwirklichung seines Kindheitstraums. Der belgische Innenarchi tekt Alain Mertens, der schon dem Hotel George V in Paris und dem Ritz in Madrid ihren unverwechselbaren Stil verliehen hatte, wurde engagiert, das Castello in eine Luxusherberge zu verwandeln. Eine kniffelige Aufgabe, denn immer wieder kamen historische Fresken zum Vorschein, durften bauliche Maßnahmen aufgrund des strengen Denkmalschutzes nicht durchgeführt werden. Doch die schwierige Aufgabe wurde wunderbar gelöst! 50 individuell eingerichtete Zimmer und Suiten unter mächtigen Holzbalken oder bekrönt durch zauberhaft freskierte Gewölbe versetzen Gäste in längst vergangene Epochen. Vor allem wer eine der 18 Suiten bucht, steht vor der Qual der Wahl: Da ist Nr. 116 unter einem Tonnengewölbe ganz in Rot und Weiß gehalten und die 118, rundum mit Fresken verziert, einem offenen Kamin und einem Bad so groß, dass es anderswo als Wohnzimmer dienen würde. Die verwinkelte Nr. 222 erstreckt sich über zwei Etagen mit dem Bett auf der Galerie. In Nr. 115 steht ein ausladen des Himmelbett unter einer uralten hölzernen Kassettendecke.

 

Die Galway-Suite schließlich, das Prunkstück des Hauses, lädt zum Frühstück  auf die eigene Terrasse. Leider hat die Detailverliebtheit auch ihren Preis, weshalb sich das Castello nicht für den zweiwöchigen Sommerurlaub anbietet. Und so schön die Zimmer auch sind, an einigen Ecken wurde das im Juni 2006 eröffnete Haus ein wenig übereifrig restauriert, was dazu führt, dass man sich hier und da wie in einem amerikanischen Prospekt für toskanische Landhausmöbel fühlt. Doch die Zeder im Hof weiß, dass die Zeit auch solch kleinen Wunden heilt …

  

Informationen

Castello del Nero Hotel & Spa 
Tavarnelle Val di Pesa
Tel. 0039/055/806470

www.castellodelnero.com

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