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Le Sirenuse - Die Welt senkrecht


In den 1950ern gingen in Positano neben der Filmwelt des römischen Neorealismus Musiker, Mystiker und Hippies ein und aus. Dann kam der internationale Jetset. 

 

Text: Sigrid Mölck-Del Giudice

 

Nur ein paar der acht Stockwerke des Hotels Le Sirenuse. Die ehemalige Unternehmervilla ist verwinkelt an den Berghang gebaut. Foto: Le Sirenuse


Odysseus dürfte wohl der erste prominente Tourist an der amalfitanischen Küste gewesen sein. Der Grieche ließ sich bekannterweise die Ohren verstopfen und an den Mast seines Schiffes binden, um nicht dem verführerischen Gesang der Sirenen zu erliegen. Die Reisenden der Neuzeit taten sich da weniger Zwang an.

 

Da der schmale Küstenstreifen nicht viel Platz zum Bauen bot, funktionierte man alte Villen, oft idyllisch wie aus den Feldwänden gewachsen, kurzerhand zu modernen Luxushotels um. John Steinbeck schrieb damals in einem Artikel amüsiert: „Ich habe den Eindruck, dass die Welt in Positano senkrecht steht. Stufen sind mitunter so steil wie eine Sprossenleiter … Wenn man einen Freund besucht, dann läuft man nicht, sondern man klettert und purzelt.“

 

Und das nicht nur draußen! Das Hotel Le Sirenuse, eine der attraktivsten Fünf-Sterne-Adressen in Positano, wartet mit acht Stockwerken auf. Aber anstatt nach oben erstreckt sich das imposante Zusammenspiel von Zimmern, Suiten, Hallen und Restaurants nach unten – in Richtung Meer. Der Gast wohnt zwischen wertvollen Antiquitäten und Möbeln aus dem Besitz der neapolitanischen Unternehmer-Dynastie Sessale, die ihren Sommersitz 1951 in ein anfangs kleines Hotel umgestaltete. 

 

Heute steht das „Sirenen-Hotel“ für Luxus pur. Schon während man sich in den Suiten beim Morgenbad im sprudelnden Jacuzzi entspannt, taucht der Blick in das türkisblaue Meer. Wer sich nicht am Privatstrand aalen oder in hoteleigenen Motorbooten den Golf von Salerno erkunden möchte, kann seinen Lunch in der Pool-Bar zwischen leuchtenden Zitronenbäumchen einnehmen.

 

Abends, im Restaurant La Sponda, mit herrlichem Blick von der Terrasse, wird romantisch bei Kerzenlicht neapolitanische Küche vom Feinsten serviert. Spätestens bei einem Glas Champagner in der Oyster-Bar wird einem klar, was Steinbeck meinte, als er notierte: „Positano ist ein Traum. der nicht wirklich scheint, wenn man dort weilt, und der erst real wird, wenn man wieder fort ist.“

 

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Info

Hotel Le Sirenuse, 
Via Cristoforo Colombo 30, 84017 Positano,
Tel. 0039/89/875066,
www.sirenuse.it

In diesem Artikel
  1. Hotel Le Sirenuse

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