Hotel The Chedi Oman
Im Garten des Sultans. Im Hotel The Chedi in Omans Hauptstadt Maskat herrscht minimalistische Opulenz.
Text: Gerd Giesler, Fotos: The Chedi

- Die Wasserspiele im Chedi: Die Wassergärten des alten Omans standen Pate. Es mutet magisch an, wenn Hunderte Laternen in der blauen Stunde zum Lustwandeln verführen
Öl, Gas und Raffinerien manifestieren den Reichtum des als sehr ursprünglich und landschaftlich unberührt geltenden Sultanats Oman, dessen Herrscher seit 40 Jahren regiert und der eher nach einer ästhetischen, gewinnbringenden Verbindung zwischen Tradition und Moderne strebt als nach Ski-Hallen oder Wolkenkratzern in der Wüste.
Das sieht man auch am The Chedi. Ein ausgesprochen bemerkenswertes 5-Sterne-Hotel, natürlich auf Sultans-Grund gelegen, das dieser Maxime gekonnt Rechnung trägt. Wenig spektakulär die Anfahrt direkt hinter Maskat. Doch sobald man den freundlichen Türsteher in blütenweißer Dischdascha und silberzisiliertem Khanja, dem Krummschwert am Gürtel, passiert hat, betritt man eine kühle Oase zwischen dem bleiernen Meer und dem ausgeglühten roten Rücken des Hajjar-Gebirges, die allen Stress der Welt vergessen lässt.
Die Lobby gleicht einem weihrauchgeschwängerten Wüstenzelt mit Liegestatt, Kissenbergen und Laternen. Die prachtvollen Wassergärten des alten Omans, Zeichen des Reichtums der Emire, dienten als Anleihe für die Gartenanlage, wurden aber gekonnt übersetzt in eine eher minimalistisch-dekorative Form mit abends illuminierten Wasserbecken, einem schwarzen Pool unter futuristischen Beduinensegeln und einem Überlaufpool, gesäumt von Säulen auf Meeresspiegel.
Den von Dattelpalmen und Papyrusgras eingefassten Strand, an dem Beachboys Eiswasser mit Minzeblättern zur Erfrischung reichen, hat der deutsche Hoteldirektor York Brandes gerade mit einem Spa-Pavillon und einer schattigen Liegewiese erweitern lassen, denn das Meer bietet mit seinen 28 Grad kaum Abkühlung.
Die Zimmer im Chedi strahlen fernöstlich-meditative Ruhe aus. Besonders empfehlenswert sind die Deluxe Club Rooms mit kostenloser Minibar, iPod und direktem Zugang zur Bibliothek, einer Art Club im Club, mit eigenem Patio, in dem Frühstück, Nachmittagstee und zum Sundowner Champagner und Austern serviert werden.

- Das Chedi ist eine minimalistische Oase zwischen Strand und Bergen. Im Bild: Ein Deluxe Zimmer.
Speisen à la Carte
Weder im Hauptrestaurant mit Pianospieler und gläserner Showküche noch im offenen, von Feuerschalen erleuchteten Seafood-Restaurant am Meer gibt es Buffets oder Halbpension. Das macht das Dinieren im Chedi zwar etwas teurer, aber umso festlicher. Auch im Orient beginnt man sein Mahl im 21. Jahrhundert mit Olivenöl, Brot und diversen Salzen – hier hawaiianischer und französischer Provenienz.
Zugegeben, die Speisekarte könnte bei einer Woche Aufenthalt mehr Auswahl bieten, doch gibt es sogar einen original italienischen Pizzaofen, und Benjamin Rambaud, der französische Patisserie-Chef, sorgt nicht nur für morgendliche Pfannkuchen, Baguette und hausgemachte Marmeladen, sondern auch für Sorbets, Eis und feine Desserts, die trotz Hitze einfach unwiderstehlich sind.
So wie der Oman mit seinen 1.000 Facetten. Wer mit der Hotel-Segelyacht entlang der Küste nach Muttrah zum alten Souk und dem Al-Ahlam-Palast segelt, taucht ein in diese Vielfalt aus 500 Jahren Geschichte und lernt eine Fülle kennen, die man in diesem kargen Wüstenstaat einfach nicht vermutet.
Lesen Sie hier den
Oman-Reisebericht des Autors.
Info
The Chedi,
Maskat, P.O. Box 964 Al Khuwair 133,
Tel. 00968/24/524400,
www.ghmhotels.com





