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Burgenland - Das entschleunigte Paradies


Ländliche Idylle, angehaltene Uhren, Entschleunigung: Im Burgenland, dem nicht mal vier Kilometer breiten Landstrich, kann man wunderbar entspannen. Dafür sorgen eine kurze Anfahrt, gute Weine und Restaurants und Kultur zwischen Seefestspielen, Liszt und der Hauptstadt Eisenstad.

 

von Andreas Weinek 

 

Die hügeligen Ausläufer der Alpen, Weinberge, weite Ebenen und der Neusiedler See prägen das Burgenland, Österreichs östlichstes und flachstes Bundesland. An der Bevölkerung gemessen ist es auch das kleinste Bundesland: Nur etwa 280.000 Menschen leben hier, mit knapp 13.000 Einwohnern ist Eisenstadt der größte Ort. Leicht kann es bei einer Autofahrt passieren, dass man versehentlich über die Grenze fährt: Nur vier Kilometer ist die Region breit. Das kleine Idyll hat dennoch viel zu bieten und präsentiert sich Feinschmeckern, Erholungswilligen und Entdeckern als Paradies der Entschleunigung.

  

Wein auf römischem Boden

Die burgenländische Winzervereinigung Pannobile – ihr Name verweist auf das einst römische Gebiet „Pannonien“ – vermag es seit 1994, mit ihren Weinen den Charakter der Region auszudrücken. Eine der Winzerinnen ist Judith Beck. Ihr Weingut in Gols ist aus Stahl, Glas, Beton und Holz geformtes Understatement und überzeugt schon optisch durch ein zeitgemäßes Ambiente. Die junge Frau hat ihr Handwerk für die Herstellung edelster Weine in Frankreich, Italien und Chile gelernt. Eine Weinverkostung gehört zu jedem Besuch im Burgenland. Ist die Region trotz seiner Kleinheit doch zweitgrößtes Weinbaugebiet Österreichs und konnte in den letzten Jahren auch international an Reputation gewinnen. Wie Judith Beck gehört auch Birgit Braunstein zu der Winzerinnenvereinigung „11 Frauen & ihre Weine“. Nicht minder kunstvoll geht sie mit dem Rebensaft um. Im familieneigenen Gasthof in Purbach lassen sich ihre Weine, wie der Oxhoft (eine Cuvée aus den besten Rot- und Weißweinen eines Jahrgangs), zum Menü verkosten.  In Rust steht das jahrhundertealte Weingut Giefing. In Claudia Giefings Verkostraum präsentiert sie Herrliches von den Rebsorten Pinot Noir, Blaufränkisch und Merlot.

  

Kleines Land – grosse Künstler

Das Burgenland hat viel zu bieten. (alle Bilder: Mauritius Images)

Nicht nur dem Wein verdankt das Burgenland seinen Ruhm. Eines seiner berühmtesten Kinder ist Franz Liszt. Das Gehöft im Dörfchen Raiding, in dem das Musikgenie das Licht der Welt erblickte, duckt sich neben dem Lisztzentrum, in dem sich internationale Größen der klassischen Musik im Lisztjahr 2011 die Klinke in die Hand drücken. Wer’s gern luftiger hat, dem seien die Seefestspiele Mörbisch empfohlen. Umrahmt von der imposanten Kulisse des Neusiedler Sees, treffen sich „Czardasfürstin“ und „Zigeunerbaron“ im „Weißen Rössl am Wolfgangsee“. Direkt hinter der Zuschauertribühne liegt das Restaurant „Der Reisinger“. Bei einem Glas Winzersekt lässt sich hier ein Operettenabend abrunden. Auch die Küche ist hervorragend: Kreationen wie der Cappuccino vom burgenländischen Kürbis oder die Lachsforelle auf Fenchelnudeln adeln die Region auch kulinarisch. Wie fast alles im Burgenland ist auch das Designhotel „Der Reisinger“ nicht weit. Nur wenige Kilometer von der Festspielstadt Mörbisch entfernt liegt es am Neufelder See. Ach ja, um das Trio komplett zu machen, gibt’s vom Reisinger auch ein Gourmetrestaurant in Pöttsching. 

  

Fleckchen für Gourmets

Burgenland ist Gourmetland. Im Tauben­kobel, einem der besten Restaurants Österreichs, treffen Kreativität und Intellekt, Kunstsinn und die Liebe zum Genuss zusammen. Hier hat sich Walter Eselböck in den Olymp der Feinschmecker gekocht. Unterstützt wird er dabei von seiner Frau Evelyne, einer der profundesten Weinkennerinnen des Landes. Im Taubenkobel setzt man auf regionale Produkte. In seiner Küche komponiert Eselböck immer neue, raffinierte Geschmackssymphonien. An keinem Tag gleichen sich die Gerichte. Begleiten lassen sollte man sich dabei von den Weinen der Tochter, Winzerin Stephanie Tscheppe-Eselböck. 

  

Balance für den Neubeginn

Müde vom Erlebten, tut Erholung im Balanceresort Stegersbach not. Manfred Kalcher und sein Team haben die von deutschen Ernährungswissenschaftlern entwickelte Metabolic-Balance-Methode etabliert und sind in der Lage, in einer Woche einen neuen Menschen aus Ihnen zu machen. Wenige Kilometer weiter, auf dem Weingut Weinek (Anm. d. Red.: Bruder des Autors und TV-Kommisar), wurden alte Weinkeller zu gemütlichen kleinen Apartments umgebaut. Hier genießt man einsame Abende bei Kerzenschein, einer Flasche Blaufränkischem und den Rufen eines Käuzchens. Zum Frühstück gibt’s Biobrot und Eier. Zünftiges aus dem Ökoanbau am Abend oder zur Jause, ab­gerundet wird das Ganze mit einem Glas Weinecco, einem Frizzante, den es nur in der Region gibt. Hier kann man wunderbar abtauchen. Raus aus der Zivilisation,  hinein in ein entschleunigtes Paradies. 

  

Info

Der Reisinger (Stammhaus)

Hauptstr. 83

7033 Pöttsching

Tel. 0043/2631/2212

 

Der Reisinger (Seefestspiele Mörbisch VIP-Lounge/Restaurant)

Festspielgelände

7072 Mörbisch 

 

Der Reisinger (Designhotel)

Eisenstädterstraße

2491 Neufeld/Leitha

Tel. 0043/2624/53088

für alle drei  Locations gilt die Webadresse  www.der-reisinger.at

 

Balanceresort Stegersbach

Panoramaweg 1

7551 Stegersbach

Tel. 0043/3326/55155

www.balance-resort.at

 

Restaurant Taubenkobel, Relais &  Chateau

Hauptstraße 33

7081 Schützen

Tel. 0043/2684/22970

www.taubenkobel.at

 

Judith Beck

In den Reben 1

7122 Gols

www.weingut-beck.at

 

Birgit Braunstein

Hauptstraße 18

7083 Purbach

www.braunstein.at

 

Claudia Giefing

Hauptstraße 13

7071 Rust

 

www.wein-rust.at

www.burgenland-schmeckt.at

www.weinek-wein.at

www.seefestspiele-mörbisch.at

www.lisztzentrum.at

 

Zum Thema erschien auch ein Buch des Autors im Piper Verlag: „Gebrauchsanweisung für das Burgenland“

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