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Central Park
4.070 Meter Länge, 800 Meter Breite, von der 59. bis zur 110. Straße und von der 5. bis zur 8. Avenue. Koordinaten eines Phänomens. Sommer! Hitze! Die beste Jahreszeit für New Yorks schönste Spielwiese!
von Brigitte und Gerd Giesler

- Bild: Vario-Images
Hier liegt einem der Park zu Füßen. Das Essex House: seines Zeichens Hotel, Art-déco-Schmuckstück, Institution. Hier und nur hier mischt sich New Yorker Quirligkeit mit der Quintessenz des Parks. Kein anderes Wahrzeichen der Stadt lebt eine derart symbiotische Beziehung mit der grünen Lunge der New Yorker in historischer, soziokultureller und künstlerischer Weise.
Jumeirah, die Hotelkette aus Dubai, kann neben dem Burj al Arab stolz sein auf den legendären Adoptiv-Spross im Schoße Manhattans. Zur Eröffnung im Jahr 1931 war es mit seinen 44 Stockwerken eines der höchsten Gebäude der Stadt und schon bald der Darling bei Ausflüglern und Müßiggängern, vor allem geschätzt für seinen üppigen Sonntags-Brunch. Heute ist das Haus immer noch der Treffpunkt am Park, wenn auch eher für eine internationale Klientel, die Frequent Travellers, die die iPad-Weinkarte mit 650 Gewächsen (darunter zahlreiche Magnums) im Restaurant South Gate genauso schätzen wie das Frühstück am Kamin mit Köstlichkeiten vom warmen Buffet oder aus den großen Glaskühlschränken.

- Bild: Essex House
Was gibt es Schöneres, als morgens in einem der Zimmer mit Blick auf die grüne Spielwiese zu erwachen und Minuten später selbst auf diesem Teppich, der vielen die Welt bedeutet, zu joggen? Oder bei einer Hot-Stone-Massage im hauseigenen Spa zu entspannen und später bei einem Glas Champagner und leisen Pianoklängen dem Defilee in der Lobby zuzuschauen? Wenn vor der Messingdrehtür der Bell Captain in Uniform gelbe Taxis aus dem Gewusel der Autos und Touristen-Pferdekutschen trillert, wenn der Concierge ohne den Hauch einer Kritik einem Gast beibringt, dass das gewünschte Restaurant, einst gut und teuer, heute nur mehr Letzteres sei. Wenn die vielen Kunstwerke und Bilder im Hotel lautlos zu erzählen anfangen. Von 20 Brücken durch den Park, von Bäumen und Blumenrabatten, die durch stundenlange Belichtung des koreanischen Fotografen Atta Kim zu seelenvollen Lebewesen werden. Oder von den Impressionen des Malers Mark Innerst. Oder wenn die wechselvolle Geschichte des Parks wieder lebendig wird in den alten Fotografien aus dem Stadtmuseum …
Ein elender Sumpf am East River

- Bild: Essex House
Nach dem 2.Weltkrieg wurde New York zur Hochburg des Kapitalismus. In den Park zogen die Prostituierten, Drogensüchtigen und Obdachlosen. In der Wirtschaftsrezession der 70er-Jahre verkam der Central Park zur stinkenden Kloake. Bürgermeister Ed Koch plante das Aus, doch Einwohner und Künstler setzten sich für den Erhalt ein. Benefizkonzerte und mit ihnen die Massen hielten Einzug in den Park. So auch am 19. September 1981, als Simon and Garfunkel ihr Open Air unvergessen machten. Ein Jahr zuvor gründeten besorgte New Yorker die Central Parc Conservancy, heute eine der reichsten Wohltätigkeitsorganisationen des Landes, gefördert und gespeist von Banken, Unternehmen und den Nachlässen alleinstehender Damen. Nach Jacky Kennedy wurde eine Joggingstrecke benannt, Yoko Ono stiftete ein Mosaik zum Andenken an den ermordeten John Lennon. Unzählige Filme zeigen den berühmten Engel vom Bethesda-Brunnen, das Delacorte-Theater mit Shakespeare im Park, die Ruderboote vor dem Loeb-Bootshaus, das victorianische Karussell oder das elegante Restaurant Tavern on the Green direkt am Sammelpunkt zum alljährlichen City-Marathon.
Künstler im Hotel
„Es genügt nicht, einfach ein paar Bilder aufzuhängen“, erzählt Katherine Gass, die internationale Kuratorin der Jumeirah Group. Seit fünf Jahren kümmert sie sich um den intensiven Dialog zwischen den Künstlern und Hotelgästen und hat es nicht nur geschafft, das Essex House zur Kunstbühne zu machen, sondern eine uralte Geschichte wieder aufleben zu lassen, die von Liebe, Leidenschaft und wechselseitiger Abhängigkeit erzählt, von einem Hotel und einem Garten. Eine „never ending story“.
Restaurant-Tipps
Marea, auf Fisch spezialisierter Edel-Italiener, 5 Min. vom Hotel, www.marea-nyc.com
Nobu, Robert De Niros erster und bester Asia-Tapas-Laden in der Hudson Street, www.noburestaurants.com
Buddakan, schwarz-stylish, Thai-Cuisine in einer ehemaligen Keksfabrik, www.buddakannyc.com
American Restaurant 9, Hell’s Kitchen Hotspot, www.9restaurantnyc.com.
Bel Ami, Super Deli-Café nahe Metropolitan Museum: 30 E 68th Street, Tel. 001/212/7371313




