Dubai – zwischen Wüste und Wolkenkratzern
Dass das Emirat am Persischen Golf nicht nur reich an Öl, sondern auch an Kreativität ist, hat eine immer noch staunende Welt längst mitbekommen. Ob Superlative wie die künstlichen Inseln, die Skihalle in der Wüste oder das höchste Gebäude der Welt – niemand zweifelt mehr, dass Dubai in nur wenigen Jahrzehnten ein Quantensprung gelungen ist.
Von Hans Christian Meiser und Gerd Giesler (Fotos)

Diese Entwicklung ist vielleicht nur noch mit der Manhattans in den 20er- und 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts vergleichbar. Zudem ist die Skyline des Wüstenstaates auf dem besten Wege, eine ebensolche Legende zu werden wie die jenseits des Atlantiks. Das Bemühen um das Besondere merkt der Dubai-Besucher, egal ob er zwei oder mehr Tage bleibt, wo immer er auch logiert. Zum Beispiel im Al Maha Desert Resort & Spa, das seit Kurzem von der Luxury Collection der Starwood-Hotelgruppe gemanagt wird und das mit Sicherheit zu den spannendsten Zielen eines Dubai-Aufenthalts gehört.
Das Al Maha Desert Resort & Spa

- Luxuriöses Beduinendasein inmitten der Schönheiten der Wüste: Al Maha Desert Resort mit privatem Pool
Nur 42, jeweils unter einem Zeltdach errichtete achteckige Häuser umfasst die eine gute Fahrstunde von Dubai entfernt gelegene Anlage. Die Zelthäuser sind jeweils so weit voneinander entfernt, dass man die Sicherheit hat, das Erlebnis Wüste mit niemandem teilen zu müssen. Und das Schönste – und hier macht sich eben wieder das Verhältnis Dubais zum Besonderen bemerkbar: Man tritt am Morgen aus dem Schlafzimmer und hat nur einen beheizten Pool (bekanntlich sinken die Temperaturen in der Wüste nachts rapide) vor sich.
Blickt man weiter, so bieten sich dem Auge Dünen und einige vom Sandsturm gepeitschte Sträucher an. Sonst nichts. Bis auf die Farben, und die ändern sich minütlich – von Ocker bis Rosa reicht die Palette des Schöpfers.
Die Erbauer des Resorts hingegen haben, um die Anlage vor Stürmen und allzu großer Hitze zu schützen, eine kleine Oase angelegt. Und so kommt es, dass man im Pool liegt und plötzlich Libellen wahrnimmt, die zum Trinken kommen, oder Kolibris, die sich am Blütennektar ergötzen. Welch heile Welt, möchte man meinen!
Und in der Tat, das ist sie auch. Die Angestellten, die vor allem aus Arabien, Indien und Afrika stammen, schenken einem schon durch ihr entspanntes Wesen das Gefühl, dass man an diesem Ort das bekommt, was man in der hektischen Welt verloren hat. Erstaunlicherweise gelingt dies innerhalb weniger Stunden. Die Wüste hat offenbar einen erzieherischen Einfluss auf den Menschen. Das, was einem in der Heimat noch den Schlaf raubte, verblasst immer mehr – anstelle dessen entsinnt man sich der wahren Werte des Lebens.
Auch bei der Fahrt oder dem Kamelritt über die Dünen, beim Beobachten der Oryxantilopen, von denen das Resort seinen Namen hat (auf Arabisch heißen sie Al Maha), beim Sundowner mitten in der Wüste oder beim Lunch oder Dinner unter dem sternenbedeckten Himmelszelt: Hier vergisst man die Zeit, die Probleme, die man mit sich herumschleppt, und die Fragen nach dem Woher und Wohin. Man ist einfach.
Gänzlich anders geht es natürlich in Dubai City zu. Die Wolkenkratzer werden immer höher, und man fragt sich beim Anblick des Baubooms unwillkürlich, wie hoch die Menschen noch streben wollen, aber auch, wie denn der Kran auf ein zweihundert Meter hohes Gebäude kommt, das man gerade bestaunt bzw. wie der Kranführer an seinen Arbeitsplatz gelangt. Da man solcherlei Fragen aber nicht lösen kann, bleibt einem nur, sich der Schönheit eines Hotels anzuvertrauen. Nur welchem?





