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Geheimtipp in der Karibik: Anguilla


Anguilla gehört zu den wenig bekannten Inseln der Karibik. Für Prominente und  Urlauber, die auf Highlife verzichten können, ist genau dies ihr großer Vorteil! 

 

von Patricia Engelhorn

 

Direkt am weißen Strand von Maundays Bay liegt das Hotel Cap Juluca. Bild: Anguilla Touristboard

Aus der Luft gesehen, macht die Insel nicht viel her: Sie ist flach und struppig, hier und dort ziehen sich Schotterpisten an schmucklosen Häusern und in der Sonne glitzernden Salzseen vorbei. Dürre Ziegen durchstreifen die Landschaft, die Erde ist so trocken, dass Hotels die Palmen für ihre Gärten von der Nachbarinsel St. Martin importieren mussten.

 

Anguilla hat weder prächtige Kolonialvillen noch eine exotische Vegetation zu bieten, und doch muss es einen Grund geben, der Promis wie Claudia Schiffer, Beyoncé oder Richard Gere dazu bewegt, ihren Urlaub hier, und nicht auf der benachbarten Insel Saint Barth oder den Virgin Islands zu verbringen. 33 wild-romantische Strände und 15.000 freundliche Insulaner könnten eine Erklärung sein. Die Kriminalitätsrate ist so niedrig, dass das Hotel Cap Juluca auf Zimmerschlüssel verzichtet. Stattdessen bietet es bis zu 200 Quadratmeter große Suiten – mit eigenem Pool und nach außen hin offenen Badezimmern – und rund 350 Angestellte, die sich um maximal 200 Gäste kümmern. Die in maurischem Stil gehaltene Anlage eröffnete 1988 als eines der ersten Luxushotels der Insel am kilometerlangen und irisierend weißen Strand der Maundays Bay; es gilt bis heute als eines der besten. 

 

Anguilla: Ohne hohe Hoteltürme, Casinos und Oben-ohne-Baden

Anguilla ist gerade einmal 24 Kilometer lang und weniger als fünf Kilometer breit. Es ist die nördlichste der Leeward Islands, die sich krumm wie ein Hummerschwanz zwischen Puerto Rico und Venezuela erstrecken. Weil die Insel vergleichsweise unattraktiv wirkt, hat sich der Tourismus erst sehr spät entwickelt und viel von den Fehlern der Nachbarn gelernt. Hohe Hoteltürme, Casinos und Oben-ohne-Baden sind verboten. Die Regierung setzt auf sauberen, umweltschonenden und hochwertigen Tourismus, was zu einer stabilen Wirtschaft, einem diskreten Wohlstand und einer gegen null tendierenden Arbeitslosigkeit geführt hat.

 

Genüsse aus dem Meer. Bild: Anguilla Touristboard

Auf Anguilla gibt es keine aggressiven Modeschmuck-Verkäufer, die Touristen bedrängen, und keine nervigen Taxifahrer, deren Zähler nicht funktioniert. „Wer etwas kaufen möchte, der kauft, und wer nicht, der hat offenbar schon“, erklärt Paul, ein unverschämt gut aussehender Fischer, der am Hafen von Blowing Point frisch aus dem Wasser gezogene Langusten anbietet. Er hat gut reden, innerhalb von kaum zwei Stunden ist sein Verkaufstisch leer. Auch die anderen Fischer, die nachmittags ihren Fang anlanden, machen gute Geschäfte. Wer zu spät kommt, wird vom reichhaltigen Angebot an Mahi Mahi, Red Snapper, Papageienfisch, Zackenbarsch oder Hummerkrabben nichts mehr zu sehen bekommen. Und das, obwohl sich die meisten Insel-Hotels und Restaurants separat beliefern lassen.

 

Das Blanchard’s gilt als das beste Restaurant der Insel

Melinda Blanchards hoher Konsum an Krustentieren ist bekannt. Ihre Gäste kommen schon allein, um ihre fantastischen Langusten- und Garnelen-Küchlein oder den mit Honig glasierten Hummer zu essen. Doch die New Yorkerin hat weit mehr auf der Karte: im Ofen gebratener Mahi Mahi mit Kokosnuss, Limone und Ingwer oder ein Kajun-Hühnchen mit Zimt-Rum-Bananen. „Als wir vor gut 15 Jahren unser Blanchard’s am Ende einer dreckigen, unasphaltierten Straße eröffneten, haben uns viele für verrückt erklärt“, erinnert sich Melindas Ehemann Bob, „doch dann sprach sich herum, dass man bei uns gut essen kann. So haben wir überlebt.“ Das Paar aus den USA hat sich mit dem Strandrestaurant einen Traum erfüllt: „Wir wollten raus aus der Stadt, an einen Ort, der noch jungfräulich und schön ist“, erzählt die New Yorkerin Melinda, „wir  kamen nach Anguilla und haben uns sofort in die Insel verliebt.“ Heute ist die Straße zum Strand asphaltiert, und das Blanchard’s gilt als das beste Restaurant der Insel. Was  etwas heißen will, denn Anguillas gastro­nomische Szene sucht in der Karibik ihresgleichen. 

 

Koal Keel: Speisen im Palast

Kaum eine andere Insel hat so viele gute Köche versammelt, die sich einen Wettstreit der Kochstile und Nationalitäten liefern. Trotzdem ist es eine Einheimische, die Einträge von Denzel Washington, Susan Sarandon und Quincy Jones im Gästebuch stehen hat. Gwendolyn Smith ist seit 2004 Chefköchin im Koal Keel, das als schönstes Restaurant Anguillas gilt. Es befindet sich in  einem 1760 als Teil einer Zucker- und Baumwoll-Plantage errichteten Palast. Heute studieren Weinfreunde die über 400 Positionen der Weinkarte, im Keller lagern 18.000 Weinflaschen aus aller Welt. Neben verschiedenen französischen Champagnern liegen dort auch seltene Rumsorten – unverzichtbar beim Genuss einer Cohiba aus dem stattlichen Humidor.  Gwendolyn Smith bietet eine junge, moderne und kreative karibische Küche: In ihrer Insel-Erbsensuppe schwimmen Strauchbohnen und Süßkartoffeln, und ihr Ofen-Hähnchen wird ganz langsam in einem 200 Jahre alten Ofen gebacken und muss einen Tag im Voraus bestellt werden. Doch natürlich hat Anguilla nicht nur Gourmet-Küche zu bieten. 

 

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  • Re:

    That addresses several of my concerns atacully.

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