Socialising auf Laotisch

- Spezialität: Stickey-Reis im Körbchen. Laoten lieben es Gemüse und Fleisch am Tisch zu braten
Nächster Stopp ist der abends bunt beleuchtete Nachtmarkt. Hier stapeln sich Waren in Hülle und Fülle. Bezahlt wird in US-Dollar. Der Kip, die laotische Währung, ist kaum noch etwas wert. Später dann trifft man sich im Xin Dat, einem der Barbecue-Restaurants am Flussufer. Laotische Familien lieben es, Fleisch und Gemüse direkt am Tisch zu braten. Socialising auf Laotisch.
In der Tempelkunst hat Luang Prabang einen eigenen Stil entwickelt, mit hohen Giebelseiten und übereinander gestaffelten Satteldächern. Höhepunkte dieser Baukunst sind der fast schwerelos wirkende goldene Stadttempel Wat Xieng Thong, der ehemalige Königstempel Wat May und natürlich der Wat Visounarath mit seiner wunderbaren Sammlung an Buddha-Statuen. Geradezu magisch aber sind die Buddha Caves: Man mietet sich ein hölzernes Langboot, um sich für etwa zehn Dollar zu der heiligen Höhle Tham Thing bei Pak Ou bringen zu lassen. Still, weise und zeitlos stehen, sitzen und liegen hier unzählige Buddha-Statuen in allen Größen. Manche sind über 200 Jahre alt.
Elefanten in der Urwaldlodge

- Mahoud und seiner Elefantendame
15 Kilometer östlich von Luang Prabang, tief im bergigen Dschungel, liegt die Öko-Lodge Lao Spirit Resort. Der Deutsche Markus Peschke entdeckte vor zehn Jahren mit dem Mountainbike den magischen Platz für sein künftiges Elefantencamp und das Dschungelresort. Dafür mobilisierte er eine ganze Dorfgemeinschaft, die heute mit ihm durch dick und dünn geht.
Vor drei Jahren entstand dann die Symbiose aus traditioneller Baukunst und Tropengefühl. Fünf Holzhäuser schmiegen sich auf Stelzen an das Steilufer des Mekong-Nebenflusses Nam Khan. Ein Restaurant gibt es auch. Hier schwingt die dicke Miss Sorry das Regiment. Die Speisekarte ist einfach, die Zubereitung dauert manchmal etwas lange. Aber ein entwaffnendes „Sorry“ – so kam Miss Sorry zu ihrem Namen – entschädigt fürs Warten. Hier, im Lao Spirit Resort, liegt zwischen dem Gast und dem Urwald nur eine dünne Bungalow-Wand. Die Tropenhitze umfängt uns wie ein nasses Handtuch. Unter dem weißen Moskitonetz lauschen wir den fremdartigen Geräuschen der Nacht. Der Ventilator fächert nur müde Luft zu. Das Leben ist hier sehr einfach und naturverbunden.

- Paradiesische Lodge mitten im Dschungel: das Lao Spirit Resort
Auf der ersten Urwalderkundung kommen uns zwei Frauen entgegen, beladen mit schweren Taschen, die mit Riemen auf den Köpfen lasten. Sie haben einen stundenlangen Fußmarsch hinter sich, um Reis zu kaufen. Noch drei Stunden werden sie zu ihrem Stamm der Khmu unterwegs sein. Ihre Zähne sind rot vom Kauen der Bethelnüsse. Zeit spielt eben keine Rolle in Laos.
Genau das war es vor zwölf Jahren, was Markus Peschke aus der Enge seiner Krefelder Heimat nach Laos zog. Ein klassischer Aussteiger mit beruflichem Erfolg. Peschke hat den Abenteuer-Tourismus nach Laos gebracht. Dazu gehören Trekkingtouren über Dschungelpfade zu den Bergstämmen der Khmu und Hmong, Wildwasserpaddeln zum dramatischen Wasserfall Tad Sae und Elefantentouren. Höchstens vier Stunden am Tag tragen die beiden bulligen Elefantendamen Mae Nam und Mae Cam Touristen durch die Teakwälder. Die restliche Zeit verbringen sie nicht angekettet, sondern auf freiem Fuß.
Das Lao Spirit Resort ist so eine jener rar gewordenen Synapsen zwischen unserer hochzivilisierten Welt und dem einfachen, dörflichen Leben am Dschungelfluss. Wer als Gast bereit ist, dafür auf Fernsehen, Telefon und Klimaanlage zu verzichten, und die Chance ergreift, sich treiben zu lassen an einem Ort, an dem einen nichts treibt, der wird in laotischem Sinne reich beschenkt.





