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Malediven - Perlen des Indischen Ozeans

Palmen, blau schillernde Fluten, pulverfeiner Sand: Die Strände der Malediven scheinen nach dem Bauplan fürs Paradies erschaffen. Nur hin und wieder fühlen die Urlauberfüße beim Spaziergang kleine, runde Unebenheiten: Kaurischnecken, wie sie die Wellen zu Hunderten an den Sand spülen.

 

Text: Hauser, Schlömer, Meiser

 

Von rund 1.200 Malediven-Inseln werden etwas mehr als 200 von Einheimischen bewohnt. Nur 90 sind touristisch erschlossen. Foto: Getty Images


Unscheinbar sind sie – und wären doch ein Vermögen wert, zumindest vor rund 200 Jahren. Im 18. Jahrhundert wurde hier, in den Weiten des Indischen Ozeans, die wichtigste Währung der Welt gefischt. Mit 30 Kaurischnecken – der Ernte eines Urlaubsspaziergangs – hätte der Sammler in Uganda noch 1810 immerhin eine Ehefrau erstehen können. Bis nach Europa reichte die Natur­währung, die erst vor rund 100 Jahren verschwand. Heute sammelt man Kauri nur fürs Armbänd­chen, als Erinnerung an einen Zufluchtsort aus dem Alltag, an den urlaubslangen Blick ins Paradies. 

 

Malé: Malediven kompakt

Von weißen Sandstränden ist in Malé, der Hauptstadt der Malediven aber nichts mehr übrig, denn ihre wichtigste Eigenschaft quillt dem Reisenden schon beim Landeanflug entgegen: Malé ist voll. Bis zur Wasserkante drängen sich die Häuser und Gassen, kein Flecken bleibt ungenutzt. Kein Wunder: Mit einer Fläche von zwei Quadratkilometern ist Malé wohl die einzige Hauptstadt der Welt, die sich bei einem Abendspaziergang komplett umrunden lässt.

Einst Währung, heute gefragtes Souvenir: Kaurischnecken, wegen ihrer glänzenden Oberfläche auch Porzellanschnecken genannt. Foto: Fotolia

Dennoch leben hier rund 120.000 Menschen. Sehenswert ist Malé aber allemal: Anders als die idyllischen Resort-Inseln bietet die Hauptstadt viele Gelegenheiten, in den Alltag der Malediven abzutauchen: Anstelle exquisiter Luxusküche stehen in Malé scharfe Currys auf dem Programm, vor dem Hintergrund von Motorrad-Geknatter und Bollywood-Musik. Hier werden rund um die Uhr Waren angeliefert, vor aller Augen gestritten, gelacht und gelebt. Malediven live! 

 

Robinson de Luxe 

Das genaue Gegenteil ist beispielsweise auf dem Eiland Embudhoo zu finden. Keine Kannibalen, kein WLAN – das Coco Palm Bodu Hithi schickt Paare auf eine die unbewohnte Insel. Verzichten müssen die beiden Robinsons jedoch nur auf Gesellschaft, sonst mangelt es an nichts: Nach einer Nacht im Resort geht es per Wasserflugzeug auf das Eiland. Bei Sonnenuntergang, Wind und Wellen wartet ein romantisches Picknick. Danach übernachten die Gäste in einem mit Palmwedeln gedeckten Pavillon mit Badezimmer unter freiem Himmel. Am nächsten Vormittag steht das Wassertaxi wieder zum Rückflug in die Zivilisation bereit.

 

Berühmt für ihr Barfuß-Fliegen: die Piloten der Airtaxis auf den Malediven. Foto: Laif

Taxis mit Probeller

Diese Wassertaxis sind echte offentliche Verkehrsmittel. Seit gut 20 Jahren transportieren sie Touristen von der Flughafen-Insel Hulhumale zu rund 40 Urlaubsinseln. Ursprünglich ist die Idee dem wackeligen Magen des Dänen Lars Erik Nielsen geschuldet, der den mehrstündigen Bootstransfer zu seiner Urlaubsinsel nicht vertrug und sein Unwohlsein in eine Geschäftsidee verwandelte.

 

Dass die Piloten ausgerechnet barfuß fliegen, ist kein Zufall: Auf den rutschigen Tragflächen der Wasserflugzeuge lässt sich sonst einfach kein Halt finden. Zur Wartung müssen die kleinen Flugzeuge alle zwei bis drei Jahre nach Kanada geflogen werden, eine Reise, die mehr als fünf Tage dauert! Die Airtaxis sind täglich auf bis zu 150 Linienflügen unterwegs. Die Abflugzeiten sind sehr variabel und richten sich nach den internationalen Flügen. Transfers bucht man am besten mit dem Hotelaufenthalt. 

 

Verbotene Inseln

Seit 2008 auch zu einsamen und vor allem zu den ursprünglich verbotenen Inseln: Als 1972 die ersten europäischen Reisenden auf die Malediven kamen, war der Kultur-Clash vorprogrammiert: Mit Haschisch-Pfeife und Weinflasche lagen die Ausländer nackt in der Sonne, Männer und Frauen gemischt. Aus Sicht der strenggläubigen Einheimischen ein völlig verwerfliches Verhalten.

 

1978 wurde dem bunten Treiben per Gesetz ein Ende gesetzt: Fortan war es internationalen Reisenden verboten, auf den einheimischen Inseln zu übernachten, genauso wie Malediver die Ferieninseln nur zum Arbeiten betreten durften. Erst 2008 wurde dieses Gesetz gekippt und die „verbotenen Inseln“ auch für Übernachtungen freigegeben. Von Verwestlichung ist hier bis heute dennoch wenig zu spüren: Gerade hier leben die Menschen nach den strikten Regeln des Islam.

 

1.200 Inseln sind durch die Erderwärmung in Gefahr. Foto: Giesler

Wasser bis zum Hals

Das Paradies ist allerdings vergänglich – niemand weiß es besser als die Malediver. Die globale Erwärmung könnte zu einer Erhöhung des Meeresspiegels führen und die Malediven schlicht von der Landkarte spülen. Ob und wie weit dieses Szenario eintreffen wird, ist nicht geklärt: Manch wissen schaftliche Forschung belegt einen Anstieg des Meeresspiegels auf den Malediven, andere wiederum sprechen sogar von einem Rückgang seit den 1970ern. Ungeklärt ist auch, wie weit die Korallen der Atolle mit dem Wasserspiegel wachsen. Spektakuläre Aktionen wie die Unterwasser-Kabinetts sitzung 2009, sollen die Welt aufrütteln: Im negativen Falle bliebe den Maledivern mangels Festland nur der komplette Exodus. 

 

Info

Coco Palm Bodu Hithi,
North Malé Atoll, Malediven,
Tel. 00960/334/5555,
www.cocopalm.com

 

Airtaxi Malediven,
Malé International Airport, Malediven,
Tel. 00960/331/5201,
www.maldivianairtaxi.com
Charterflüge für bis zu 8 Personen: 2.500 US-Doller pro Stunde zzgl. Steuern


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