Marokko im Wandel

- Stylige Hotels wie das La Sultana (links) oder die Villa des Orangers in Marrakesch spielen elegant mit den dekorativen Elementen des Landes
Marokko hat sich gewandelt, etabliert, Selbstvertrauen gewonnen. Der junge 44-jährige König Mohammed VI. versucht, das Land zu verändern, ohne es zu verändern. Seine Frau, Königin Salma, eine ehemalige Informatik-Ingenieurin, tritt selbstbewusst an die Öffentlichkeit – fast ein Tabu-Bruch. Die Infrastruktur wird aufgebaut, selbst Straßen in Wohngebieten werden mit Palmen und Grünflächen verschönert. Und auch für das Reiseland Marokko investiert die Regierung in die Zukunft. Am traumhaften Strand Essaouiras, bei den Dünen, entlang derer man vor zehn Jahren gerademal einem Kamel und einem zahnlosen Beduinen begegnete, dort, wo Jimmy Hendrix jahrelang wohnte und sich zu seiner Ballade „Castle in the Sand“ inspirieren ließ, ist ein enormes touristisches Entwicklungsprojekt geplant, mit Golfplätzen, Luxushotels und Pool-Landschaften.
Die Kulisse bietet sich an. Essaouira, die historische Hafenfestung, ist ein optisches Juwel, die Strände sind konkurrenzlos schön. Und auch nach Marrakesch ist es nicht weit. Vor allem für die Franzosen gilt die Oasenstadt am Fuße des Hohen Atlas schon lange als die Top-Kulisse. Air France fliegt täglich von Paris in dieses märchenhafte Zentrum des Südens. Die alten Stadtpaläste, die Riads, sind vielfach zu schicken Design-Hotels umgebaut. Highclass-Restaurants fügen sich heute in die Orientkulisse mit ihren prunkvollen Mosaiken ein. Die Stadt, kulturell up to date, ist zu einem in-Zentrum Frankreichs und Europas geworden, aber zugleich ihrer Seele treu geblieben. Am legendären Place Jemaa El Fna tobt abends das Marktleben, als hätten es Künstler inszeniert. Und natürlich ist auch die Kunsthandwerk-Shopping-Tour im Bazar ein Muss, auch wenn das mit dem ständigen Verhandeln, Feilschen, Taktieren, Argumentieren noch immer verdammt anstrengend ist. Für ein paar Lederschuhe ...
Arabsiches Savoir-vivre

- Der Hohe Atlas schützt mit bis zu 4.100 Meter hohen Bergen Marokko vor der Hitze der Sahara
Marrakesch bleibt eben auch das Wilde des Südens: Tanzbären, kleine Kinder, die auf Befehl ihres „Dompteurs“ und Geldeintreibers für die Touristen Artistensprünge aufführen müssen, Schlangenbeschwörer und Musiker, die lautstark um die Dirhams streiten. Der Hohe Atlas lässt grüßen. Quer über das Gebirge, das jeher Zuflucht und Schutzwall Marokkos war, zogen im 11. Jahrhundert die Almoraviden aus, um bis nach Spanien ein maurisches Weltreich zu schaffen. Südlich davon liegt Quarzazate, das echte Portal zur Wüste, mit seinen Kashbas, sandsteinfarbenen burgartigen Gebäuden, einer perfekten Wüstenkulisse, wunderschönen Hotels und den fantastischen Landschaften des Draa-Tals. Zurück geht es dann über das noch ursprüngliche Städtchen Taroudant bis nach Agadir, das nach so einer Rundreise plötzlich wie eine moderne Reisekatalog-Welt wirkt, aber doch im Urlaubssinne viel Service und Erlebnis birgt. Im Atlantik Hotel speist man im prächtig dekorierten Königssaal wie ein arabischer Fürst bei marokkanischer Gnaoua-Musik. Und doch kommt Sehnsucht auf, über die raue Küstenstraße zurück nach Essaouira oder Marrakesch zu fahren, wo sich die zwei Welten, der stilvoll-kulturelle Luxus des Landes mit dessen Tradition und Ursprünglichkeit, einfach besser verbinden. Orient pur eben.
Informationen
Flüge: täglich mit Air France über Paris nach Marrakesch.
Nach Agadir mit Condor oder TUIfly.
Hotels:
Essaouira: L’Heure Bleue Palais, www.heure-bleue.com
Agadir: Atlantik Palace, www.atlanticpalace-agadir.com
Taroudant: Palais Salam, www.palaissalamtaroudant.com
Marrakesch: La Villa des Orangers, www.relaischateaux.com
LaSultana, www.lasultanamarrakech.com





