Die Inka-Stadt Cusco
Für die meisten Besucher ist die heute mittelalterlich wirkende Andenstadt Cusco mit ihren steilen, katzenkopfgepflasterten Gassen nur Zwischenstopp auf dem Weg nach Machu Picchu. Zu Unrecht. Für die Inkas war sie der Nabel der Welt. Das versteht man allerdings erst, wenn man von der Festung Saqsayhuaman auf den Talkessel blickt. Die Inkas gaben der Stadt die Gestalt eines Pumas – des Sinnbilds für Kraft und Souveränität –, mit der Festung als Kopf und dem Sonnentor zu Ehren des Gottes Inti als Auge, so gebaut, dass am 21. Juni das Morgenlicht der aufgehenden Sonne exakt hindurchströmt.

- Das Hotel Monasterio in einem alten Kloster mitten in Cusco
Unter der Vielzahl an Luxushotels nimmt das ehrwürdige Kloster Monasterio, 1595 unter dem Bischof von Cusco erbaut, 70 Jahre nachdem Machu Picchu verlassen wurde, eine Sonderstellung ein. Die ehemaligen Mönchsenklaven, quadratisch um zwei lauschige Patios gebaut, mögen als Hotelzimmer etwas schwer und dunkel wirken, sie bieten jedoch zusätzlichen Sauerstoff, der mittels Klimaanlage die Deluxe- Zimmer anreichert. Das sind drei Prozent mehr, als Cusco – auf 3.300 Meter Höhe gelegen – eigentlich zu bieten hat. Man schläft im Monasterio sozusagen 900 Meter tiefer, was die Symptome der extremen Höhe, wie anfängliche Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen, abmildert. Ein Geigenspieler zum Dinner hinter verglasten Kreuzgängen, gregorianische Choräle im Refek torium zum Frühstücksbuffet – und wenn plötzlich Kanonendonner die Gäste aus klösterlichem Genuss aufschreckt, dann brennt in der Straße wieder eines jener zahllosen Feuerwerke ab, um die Schutzheiligen bei Laune zu halten. Feiern und Feuern, das steckt jedem Peruaner im Blut.
Arequipa – Peru als Mikrokosmos
Szenenwechsel. Arequipa, die zweitgrößte Stadt des Landes, die weiße Stadt, blendet im wahrsten Sinne des Wortes. Strahlend blauer Himmel. Den Rahmen bilden die drei schneebedeckten Gipfel des Chachani (6.057 m), des Pichu Pichu (5.571 m) und des El Misti (5.822 m), der sich hinter der Kathedrale erhebt.
Rund um die Plaza de Armas tobt das Leben. Verkäufer, Marktschreier, Schreiber, die für Analphabeten Schriftsätze anfertigen. Peru als Mikrokosmos. Und dennoch trennen sich in Arequipa die Wege. Das Gros der Besucher zieht weiter zum Titicacasee. Eine Handvoll Abenteurer verschlägt es dagegen in den Colca Canyon.

- Farbenfroh und lebendig: Der Markt von Chivay im Colca Canyon
Die Straße von Arequipa schlängelt sich immer höher auf den Altiplano. Nach zweieinhalb Stunden Fahrt ist der Mirador auf 5.000 Meter Höhe erreicht. Hinter den Ständen mit Alpaka-Pullis ziehen sich Hunderte von kleinen Steinpyramiden die Flanken des vereisten, 6.310 Meter hohen Nevado Ampato hinauf. Die Luft ist kristallklar und trocken. Die Beine schwer wie Blei, das Herz klopft bis zum Hals. Die Pforte in eine andere Welt ist erreicht. Man fühlt sich wie Tolkiens „Herr der Ringe“.

- Jedes Zimmer der Casitas del Colca im Colca Canyon hat einen Outdoor-Whirlpool und eine Dusche mit Badewanne im Glaspavillon
Auf der anderen Seite, 1.600 Meter tiefer, beginnt der Colca Canyon, mit seinem 3.191 Meter tiefen Flussbett fast doppelt so tief wie der Grand Canyon. Am Ende all dieser Superlative wartet eine Ansammlung von Bungalows, eine frömmelnd weiße Dorfkirche, ein Forellenteich, ein Hain flirrender Eukalyptusbäume am Abgrund und ein Heer zottliger Alpakas: Las Casi tas del Colca, das vielleicht weltentrückteste Hotel der Welt. César, der Hotelmanager, begrüßt jeden der Gäste mit Namen. Im spanisch-rustikalen Restaurant spielt ein Harfenspieler zu Forellenfilets mit „Perureis“ ge nanntem Quinoa.
Abends huscht man im Bademantel mit Taschenlampe zur andeninspirierten Massage und schlüpft dann zitternd vor Kälte in den zu jeder Suite gehörenden Außenpool. Später sinkt man in die Daunendecke vor dem flackernden Kamin und freut sich auf Ausritte am nächsten Morgen und die Begegnung mit dem Lord der Anden, dem majestätischen Kondor.




