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Ponza: Bühne vor der Küste Roms


Das winzige Eiland vor der Küste Roms ist nicht so teuer wie Porto Cervo, nicht so elegant wie Capri, nicht so überlaufen wie Taormina, dafür lässig, cool und unprätentiös. Genau das Richtige für den nächsten Frühling.

 

Von Patricia Engelhorn

 

Wie ein Amphitheater ist der kleine Hafen von Ponza gebogen: eine perfekte Bühne für Reiche, Schöne und Wichtige.

Es heißt, auf Ponza leben die schönsten Männer des Mittelmeers. Statistiken besagen, dass in der Hochsaison sieben Frauen auf einen Mann kommen. In Scharen strömen schicke Römerinnen über die Flaniermeile Corso Pisacane, an die Strände von Frontone und Chiaia di Luna, auf die Terrassen bekannter Inselrestaurants wie Acqua Pazza oder Casa di Assunta.

 

Das hat gute Gründe: Einer davon heißt Enzo und steht hinter der Antipasti-Theke im unprätentiösen und lässigen Restaurant Oresteria, wo es neben Panini für das Strand-Picknick auch eine sehr kreative Fischküche gibt. Ein anderer könnte Cocò sein, ein braun gebrannter Lockenkopf, der unten am Hafen Boote verleiht. Oder Silverio, Inhaber der In-Bar Maga Circe, bekannt für die besten Mojitos vor Ort. 

 

Der Mini-Archipel der Isole Pontine schwimmt auf azurblauem Mittelmeer. Er besteht aus fünf Inseln, doch die einzige, die für einen längeren Aufenthalt infrage kommt, ist Ponza. Im Sommer ankern die Yachten von Valentino, Prinzessin Caroline von Monaco und Pierce Brosnan vor der zerklüfteten Küste mit dem kristallklaren Wasser.

 

Der Hafen als Bühne

Luxuriöse Privatsphäre hoch über dem Meer: die Villa Il Gabbiano.

Abends geht es in den kleinen Hafenbars hoch her, denn der Hafen hat nicht nur die Form eines Amphitheaters, sondern auch dessen Funktion: eine Bühne für die Reichen und Schönen, für Industrielle und Politiker, Modedesigner und Popstars. Ponza selbst ist ein malerisches Fischerdorf mit unzähligen steilen Stufen und Gassen, pastellfarbenen Häusern und immerhin noch 350 Fischern.

 

Auf dem Corso Pisacane werden in hübschen „botteghe“ Schmuck, Sandalen, Mode und Insel-Delikatessen wie Myrte-Likör und Babà mit Rum verkauft. Am Ende des Corso steht das sonnenblumengelbe Rathaus, dessen Arkaden sich zum Platz hin öffnen und dessen Balkon über dem Hafen schwebt. Die Piazza Pisacane ist das Zentrum des Geschehens, morgens wird hier Cappuccino getrunken und abends ein Aperitif vor dem Essen oder ein letzter Drink danach.  

 

Baden im Lavasteinbecken

Einheimische behaupten, ihre Insel sei vom Meer aus am schönsten. Wer sich nicht auskennt, hat die Qual der Wahl. Es gibt wunderschöne Strände wie Lucia Rosa, an dem man mit Blick auf die imposanten Faraglioni-Felsen und auf die Nachbarinsel Palmarola badet. Man kann durch den Steinbogen Spaccapurpo vor dem Strand von Schiavone schwimmen oder in den seichten Becken der „piscine natu rali“, die im Laufe der Jahrhunderte an der Cala di Feola in den Lavastein gewaschen wurden.

 

Abenteuerlustige wagen sich in die labyrinthischen Pilato-Grotten, in denen die Römer Fische für ihre Bankette züchteten. Oder in die Höhlen unterhalb von Capo Bianco, in die der Legende nach die verführerische Zauberin Circe ihre glücklosen Liebhaber lockte. Offenbar hatte schon sie begriffen, dass Ponza in vieler Hinsicht ein Paradies auf Erden ist.

 

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