Reisetipps Lissabon
Unser Autor war in der portugiesischen Hauptstadt Unterwegs und hat seine besten Empfehlungen mitgebracht.
Text und Fotos: Jens Leichsenring

- Rauhe Küste, Felsenpool, Blick über den weiten Atlantik: Azenhos do Mar.
Azenhas do Mar
Wer mit dem Mietwagen hinausfährt aus Lissabon – ans Meer, nach Sintra oder Cascais, sollte einen Abstecher nach Azenhas do Mar einplanen. Der kleine, ursprüngliche Ort krallt sich in einer steil zum Meer abfallenden Bucht an die Felsen. Statt eines Strandes bietet die Bucht ein Naturwasserschwimmbecken, die große Attraktion bei Groß und Klein aus dem Dorf. Touristen finden sich hier kaum ein, denn ein Sandstrand fehlt. Wenn der Atlantik tobt, schlagen die Wellen mehrere Meter hoch über das Betonbecken und die Gischt liegt wie ein feiner Schleier über dem ganzen Ort. Ob Sonnenschein oder Sturm, einen besonderen Zauber erlebt man beim Besuch des Restaurants Azenhas do Mar. Das ursprüngliche Fischlokal mit großen Holzfenstern schmiegt sich an den Felsen über dem Badebecken. Man sitzt an einfachen Holztischen und kann seinen Blick nicht lassen von der sich öffnenden Weite des Meeres. Bis, ja bis die freundlichen Damen im Service unaufgefordert Oliven und zerfließenden Käse servieren, frisches Brot und mit frischen Kräutern angemachten Oktopus-Salat. Spätestens dann versinkt man neugierig in der Speisekarte, die alles bietet, was es vor der Nase zu fischen gibt: Doraden, Schwertfische, Kalmare, Enten-muscheln und sogar Atlantik-Hummer. Dazu werden meist grühne Bohnen, Karotten und Kartoffeln gereicht, und so einfach sich das anhört: Besser kann man Fisch nicht zubereiten! Das wissen auch die Portugiesen, die hier mit Vorliebe abends essen gehen. Reservieren ist also Pflicht.
Azenhas do Mar,
tägl. geöffnet von 12 bis 22 Uhr,
Tel. 00351/219280739,
www.azenhasdomar.com

- Der orientalische Palast inmitten des Parque de Monserrate.
Parque de Monserrate
Er war Romantiker, steinreich und hegte eine Sammelleidenschaft für Pflanzen: Sir Francis Cook. 1841 hatte er die Tochter eines in Portugal lebenden englischen Kaufmanns geheiratet. Seitdem strebte er nach einem 50 Hektar großen Landgut bei Sintra. Doch erst 1863 war es ihm vergönnt, das Anwesen zu kaufen. Schon bald ließ Cook darauf einen orientalisch inspirierten Palast bauen und einen Park anlegen. Die Gestaltung überließ er einem Landschaftsmaler: William Stockdale. Zusammen mit einem Gärtner und Botaniker schufen sie aus einem Fundus von 1.000 einheimischen und zahllosen exotischen Pflanzen einen der schönsten englischen Landschaftsgärten, dessen Faszination man bis heute erleben kann. Und das Beste: Monserrate ist früh am Morgen fast unheimlich leer. Und selbst wenn sich im nahen Sintra die Touristen auf den Füßen stehen, lässt sich im Park von Francis Cook noch die Romantik spüren, die den Engländer antrieb.
Park und Palast von Monserrate,
geöffnet 10–18 Uhr (letzter Eintritt 17 Uhr),
Eintritt: 5 Euro,
www.parquesdesintra.pt
Die Legende
Mitten im berühmten Stadtteil Alfama liegt eine Legende: das Restaurant Santo Antonio de Alfama. Auf dem Platz vor der Haustür spielen Kinder, schreien Mütter, rivalisieren Teenager. Schwierig die Entscheidung, ob man inmitten dieses tobenden Lebens unterm lauschigen Dach aus Weinreben Platz nehmen und die „Bühne des Lebens“ genießen soll oder drinnen an weiß eingedeckten Tischen zwischen unzähligen Fotos. Serviert werden Fisch und Huhn, Salate, Pasteten und Nudeln. Keine Haute Cuisine, aber eine ehrliche, gute Küche. Und man kommt ja auch in erster Linie wegen der Atmosphäre und des netten Service.
Santo António de Alfama,
Beco de Sao Miguel 7,
Tel. 00351/218881328,
tägl. 12.30–2 Uhr,
www.siteantonio.com





