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Typische Verona-Häppchen

Urige Bars wie die Enoteca Segreta verstecken sich meist abseits der Hauptpfade

Apropos Polpettine: Die fein gewürzten Fleischbällchen sind wohl die typischsten aller Verona-Häppchen. Wie es sich für eine nord italienische Stadt gehört, gibt es sie in den meisten Osterien auch in der Pferdefleisch-Variante – sicherlich nicht jedermanns Sache, aber eben sehr typisch.

 

Kleine warme Köstlichkeiten lohnen in jedem Fall auch einen längeren Aufenthalt, bevor man in die nächste Bar weiterzieht: Tagliatelle mit Kaninchen, Risotto mit Amarone und Radicchio, Gnocchi mit Kalbsragout, Polenta mit Lardo und, und, und. Bei solchen Verlockungen, einem Gläschen Wein und der zum Teil lauschigen Plätze unter Arkaden oder in Innenhöfen, lässt sich’s auch an heißen Tagen wunderbar aushalten. 

 

Wer die Veroneser Küche in ihrer ganzen Vielfalt kennenlernen möchte, braucht Zeit – und begibt sich am besten in die Hände von Mario Dandrea, dem jungen Chefkoch der legendären Trattoria al Pompiere. Nur wenige Schritte vom touristisch belagerten Julia-Balkon entfernt, serviert Dandrea die zahllosen kleinen und großen Köstlichkeiten der Region.

  

Natalino und sein Schinken

Pompiere-Urgestein Natalino

Über 100 Jahre pilgern die Veroneser schon in ihr „Pompiere“, darunter zahllose Prominente und weniger Prominente, die den Gast von eben­so vielen Schwarz-Weiß-Fotos an den Wänden anlächeln. Sie alle kamen und kommen zu den wundervollen regionalen Käsen, die Dandrea mit vielerlei Marmeladen und Senf- und Honigsorten als Vorspeise serviert und dabei genau erklärt, welche Kombinationen am besten harmonieren. 

 

Kenner lassen sich anschließend von Pompiere-Urgestein Natalino durch die Reifegrade seiner Schinken, Salamis und anderer Wurstköstlichkeiten begleiten. Andächtig schneidet er mit seiner roten Schinkenmaschine Scheibe für Scheibe zu einer großen Degustationsplatte, um sie anschließend fachkundig dem Feinschmecker anzubieten. Niemand bezweifelt nach solch einer liebevollen Einführung, dass Natalino wohl jedes Schwein beim Namen kannte …

Ein Dessert zum Schluss?

Dann folgen ganz nach Appetit Dandreas köstliche Risottos, verschiedene Pasta, ein zartes Fisch-Tatar oder auch ein in Amarone geschmortes Rinderfilet. So winkt schließlich manch ein Gast bei den vielfältigen süßen Desserts ab – was wirklich schade ist! Und es soll schon Feinschmecker gegeben haben, bei denen die abendliche Aufführung in der Arena angesichts der Pompiere-Köstlichkeiten in Vergessenheit geriet …

 

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