Übernachten im Herzen der Altstadt
Nur ein paar Schritte weiter, mitten im Herzen von Petite France, liegt das vielleicht schönste Hotel der Stadt: das Regent Petite France. Auch das Regent symbolisiert die zwei Gesichter der Stadt, ist es doch zum einen Teil des beschaulichen Straßburg mit stolzen Fachwerkhäusern, putzigen Gässchen, Brücken und Weinstuben und liegt auf einer millionenfach fotografierten Insel im Flüsschen Ill. Zum anderen wurde das 4-Sterne-Haus im Inneren einer radikalen Verjüngungskur unterzogen und ist zu einem eleganten Design-Hotel mutiert. Holzbalken, Dachschrägen und Gaubenfenster wurden erhalten, Lobby, Zimmer, Bar und Restaurant aber in pastellige Beige- und Brauntöne gehüllt, wobei farbiges Licht gekonnt Akzente setzt. Die sehr zentrale Lage bezahlt man jedoch mit der beschwerlichen Anreise per Auto – Straßburg ist ein Einbahnstraßen-Labyrinth.
Typisch Straßburg

- Bei schönem Wetter wird der Portikus der Straßburger Oper zur Terrasse des Café Opéra
Marcel Marceau, Hans Arp, Tomi Ungerer – Künstler hat Straßburg viele hervorgebracht, und nicht selten gingen sie ganz eigene Wege. Der Grafiker und Kinderbuchillustrator Ungerer gehört sicherlich zu den zwiespältigsten unter ihnen. Seiner elsässischen Heimat blieb der weit gereiste und überzeugte Europäer stets treu, und so schenkte er seiner Geburtsstadt einen bedeutenden Teil seines grafischen Werkes. Seit 2001 hat die Stadt dafür das Musée Tomi Ungerer eingerichtet – ein unkonventionelles, sehenswertes kleines Museum. Während man im Erdgeschoss des historischen Palais Einblick in die Vielfalt seiner Kinderbuchillustrationen bekommt, werden im ersten Stockwerk die politischen und sozialkritischen Zeichnungen seiner US-amerikanischen Zeit gezeigt.
Hans Arp hätte sich zeit seines Lebens sicherlich gegen ein eigenes Museum verwahrt. Der Mitbegründer des Dada verstand seine Werke doch stets als Parodie, ja sogar Ablehnung konventioneller Kunst. Doch im Straßburger Musée d’Art Moderne et Contemporain wurde dem berühmten Sohn der Stadt eine eigene Abteilung gewidmet – ob Arp nun will oder nicht. Spannend ist der Weg vorbei an den zahlreichen Skulpturen, Gemälden und Grafiken allemal. In kleinen Hör-Räumen werden zudem Arps wundersam klingende Gedichte vorgetragen. Sie geben Einblicke in sein geliebtes Spiel mit Wörtern, denen Arp ein plastisches Volumen verleihen wollte, das nicht von ihrer Bedeutung abhängig ist. So begibt man sich bei Arp immer wieder auf wundersame Entdeckungsreise und wird mit manch Überraschung dafür belohnt. Typisch Straßburg!




