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20 Jahre Leidenschaft Heinz Winkler und seine Residenz


Heinz Winkler

14. September 1991: In Aschau, einem beschaulichen Ort nahe des Chiemsees mit bayerisch-mediterranem Ambiente, herrscht munteres Treiben; Heinz Winkler, einer der berühmtesten Köche Deutschlands, hat zur Eröffnung seines Hotels Residenz geladen.

 

von Hans Christian Meiser

 

Bald wird er  zum ersten Mal die Worte sprechen, die er später so oft wiederholen wird: „Als ich das Gebäude sah, war mir klar, dass ich schon  einmal hier war.“ Das Gebäude, das er meint, steht neben der Kirche „Zur Darstellung des Herrn“ und beherrscht die kleine Gemeinde mindestens ebenso wie das Gotteshaus. Und zwar schon seit 1405 als Tafernwirtschaft, später dann als Hotel Post Residenz. Von  1539 an lassen sich die Hofwirte lückenlos nachweisen. Eher zufällig kam dann Heinz Winkler in die Gegend, der 1982 zum weltweit jüngsten 3-Sterne-Koch gekürt worden war und die Großstadt  München mit seinem Tantris erobert hatte. Nun also das genaue Gegenteil: ländliche Idylle, dazu noch ein stolzer Kaufpreis von 14 Millionen DM. 

 

Wie war das zu stemmen? Nur mit einem Kämpferherzen und unglaublicher Leidenschaft. Und es gelang. Eine Verjüngungskur,  einige An- und Umbauten – das 33-Zimmer-Hotel mit seinem  Gourmet-Restaurant zog schon bald eine internationale Klientel an.  Und schon hagelte es wieder Michelin-Sterne und schließlich auch noch das Bundesverdienstkreuz für Heinz Winkler, „weil er zum  weltweiten Ruf für das Ansehen der Gastronomie in Deutschland maßgeblich beigetragen hat“ – obwohl er eigentlich aus Südtirol, aus Brixen, stammt. Hier lernte er nicht nur seine Kochkunst, die er später bei Paul Bocuse verfeinerte, sondern er wurde sich auch dessen bewusst, was ihn heute auszeichnet: dass man durchaus seine eigene Meinung haben darf – auch als Spitzenkoch, der  ja oft eine Mischung aus Künstler und Dienstleister ist. 

  

Mediterranes Ambiente trifft feinste Gourmetküche im bayerischen Voralpenland.

Und so kommt es, dass man mit Heinz Winkler nicht nur engagiert über Speisen und deren Zubereitung sprechen kann, sondern  auch über Währungs- und Politikkrisen und das Weltgeschehen ganz allgemein. Dass man sich danach in einem der 33 Zimmer wohlfühlt, zeigt nur, wie wichtig eine Gegenwelt wie diese zu den Vorkommnissen in der realen ist; und das bezieht sich natürlich auch auf Heinz Winklers Kochkunst, die in den letzten 20 Jahren nichts von ihrer Großartigkeit eingebüßt hat. So kommt es, dass die letzten nationalen und internationalen Auszeichnungen nicht Ewigkeiten her sind, sondern aus dem Jahr 2010 stammen. Das Credo des Aschauer Ehrenbürgers heißt demnach auch: „Es ist nicht wichtig, dass alle verstehen, was man tut – wichtig ist es, die eigene Vision konsequent zu verfolgen, zu verwirklichen und durchzuhalten.“ Das Diners  Club Magazin und seine Leser wünschen dem Meister des guten Geschmacks, dass er dies auch in den nächsten 20 Jahren so beherzt wie eh und je verwirklichen möge!

 

Info 

Heinz Winkler

Kirchplatz 1

83229 Aschau

Tel. 08052/1799-0

www.residenz-heinz-winkler.de

In diesem Artikel
  1. 20 Jahre Leidenschaft

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