Max on One im Hotel Jumeirah Frankfurt: Spielerei mit lokalem Brauchtum

- Das weltläufige Max on One im Hotel Jumeirah Frankfurt
von Patricia Bröhm
Arabische Hoteliers, ein japanischer Designer und ein österreichischer Küchenchef, das ist eine Konstellation, die für ein deutsches Restaurant zumindest ungewöhnlich ist - selbst in der Bankenmetropole Frankfurt. Einer der neuesten Glastürme erhebt sich nur ein paar Schritte von der Einkaufsmeile Zeil entfernt. Hier hat die in Dubai ansässige Hotelgruppe Jumeirah im September 2011 ihr erstes deutsches Haus eröffnet. Max on One nennt sich das Restaurant im ersten Stock. Da schwingt ein Hauch New York mit, obwohl der Name auf Kaiser Maximilian I. anspielt, der die einst im benachbarten Palais residierende Familie von Thurn und Taxis mit der Organisation des deutschen Postwesens beauftragte. Doch der Anspruch ist international, das unterstreicht auch die Innenausstattung des japanischen Designers Takashi Sugimoto: Die offene Showküche, zwei begehbare gläserne Weinkuben und ein Steakhouse-Front-Grill sorgen für urbane Atmosphäre.
Eine sympathisch unverkünstelte Küche

- Martin Steiner
So weltläufig der äußere Rahmen - Küchenchef Martin Steiner serviert eine sympathisch unverkünstelte Küche mit Produkten aus der Region, Einflüssen aus der österreichischen Heimat und einer ordentlichen Portion Kreativität. "So haben wir Frankfurter Grüne Soße noch nie gegessen", das hört der 32-Jährige oft, wenn Gäste sein gebackenes Freilandei mit Kartoffelstampf und Grüner Sauce loben. Tatsächlich: Die im Original kalte und gehaltvolle Sauce verwandelt Steiner in eine schaumig-leichte Velouté, das traditionell hart gekochte Ei lässt er nur kurz kochen und dann wie ein Wiener Schnitzel panieren und in Butterschmalz ausbacken. Das Ergebnis ist eine gewitzte Spielerei, Röstaromen und knusprige Panade bieten einen schönen Kontrast zum geschmeidigen Eigelb und der seidig-kräutrigen Sauce.
Steiners österreichische Heimat ist in der Küche allgegenwärtig
Während des Essens können Gäste im vorderen Teil des Lokals den Köchen in der offenen Küche bei der Arbeit zusehen. Die in einem einsehbaren Kühlraum zur Schau gestellten Fleischstücke, darunter auch mal eine Rinderhälfte, könnten Vegetariern durchaus den Appetit verderben, gemeint sind sie jedoch als Bekenntnis zum Produkt aus der Region. Steiner, der nach Stationen in Berlin, Hamburg und London früh einen Michelin-Stern erkochte und zuletzt drei Jahre Küchenchef in Johann Lafers Stromburg war, fuhr vor Eröffnung des Res tau rants durchs Hessische, auf der Suche nach Lieferanten. Das in der Vitrine ausgestellte Gelbvieh fand er in der Rhön. Die Gäste genießen das Fleisch als Tatar oder Carpaccio oder vom Grill als Filet oder Rumpsteak.
Steiners österreichische Heimat ist in der Küche allgegenwärtig - sei es in Klassikern wie dem hauchdünnen Wiener Schnitzel mit knusprigen Bratkartoffeln oder auch als aromatische Komponente. Da wird etwa zu Blut- und Leberwürsten en miniature mit Winzer-Sauerkraut eine gebackene Apfeltasche serviert, eine typisch österreichische Kombi aus süß und salzig, die einfach nur gut schmeckt. Raffiniert auch der Dammhirschrücken in einer Linzertorten-Kruste mit perfekt zum Wild harmonierenden Gewürzen wie Nelke, Piment, Orangenschale und gerösteten Haselnüssen. Dazu die herbe Note von rohen Preiselbeeren, die leichte Süße von Schupfnudeln und eine köstliche Portweinreduktion. Mit solchen Gerichten schafft es der junge Kärntner, inmitten der modernen Mainmetropole eine Genusswelt voller Heimatgefühle entstehen zu lassen.
Info
Max on One im Hotel Jumeirah Frankfurt,
Thurn-und-Taxis-Platz 2,
60313 Frankfurt/M.
Tel. 069/297237198
tägl. geöffnet 12-14.30 Uhr und ab 19 Uhr.
Vorspeisen 10-19 Euro, Hauptgerichte 24-34 Euro





