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Modeschöpfer auf Abwegen

In Italiens Modemetropole Mailand haben Designer  einen neuen Trend etabliert: Sie eröffnen Restaurants, Bars und Clubs und sichern sich damit zusätzliche  Aufmerksamkeit sowie einen netten Nebenverdienst.

Bild: Picture Alliance

Giorgio Armani

Giorgio Armani war der erste  Designer, der einen Zusammenhang zwischen Mode und Küche herstellte. Als er im Jahr 2000 einen Ableger des japanischen Restaurants „Nobu“ in seinem Megastore an der Via Manzoni eröffnete, muss er geahnt haben, dass es Menschen Spaß machen würde, in einem  Modehaus zu essen. „Nobu ist ein guter Ort für einen Aperitif, ich selbst bin oft kurz vor dem Dinner hier“, sagt der Designer. Geahnt hat er wohl auch, dass Mailand einen Club gebrauchen könnten, der  weniger laut und voll als andere angesagte Nachtlokale ist. Also eröffnete er „Privé“, einen eleganten „Members only“-Club, in dem man Fußballspieler, Models und andere Prominente trifft – wenn man hineingelassen wird. Ganz unkompliziert ist dagegen der Besuch im „Emporio Armani Caffè“, in dem sich elegante Mailänder auf einen Cappuccino, zum Power-Lunch oder zum Aperitif verabreden.

 

Nobu und Privé, Via G. Pisoni 1, Tel. 0039/02 62312645,

 

Emporio Armani Caffè, Via Croce Rossa 2, Tel. 0039/0272318680

 

Bild: Picture Alliance

Diesel

Das loftartige „Circle Lounge & Restaurant“ befindet sich im Diesel-Hauptquartier in Mailands trendiger Zona  Tortona. Diesel-Chef Renzo Rosso, der  Rockstar unter den Jeansherstellern, hätte den Trend fast ver­schlafen. Als er vor zwei Jahren sein Lokal mit  tiefen Sofas, schweren Ledersesseln und einem  hufeisenförmigen Bart­resen, der wie eine Bühne unter 8.300 Glühbirnen erstrahlt, eröffnete, waren ihm Kollegen von Giorgio Armani bis Roberto Cavalli längst mit eigenen Bars, Clubs und Restaurants voraus. Dafür zählt sein Lokal  zu den echten Mailänder Insider-Tipps, niemand kommt hier rein zufällig vorbei, und ein Türsteher achtet auf die passende Mischung der Gäste. Das „Circle“ eröffnet schon morgens zum Frühstück, bietet kreative italienische Küche sowie die toskanischen Renzo-Rosso-Weine „Bianco  di Rosso“, „Rosso  di Rosso“ und  „Nero di Rosso“. 

 

Circle Lounge & Restaurant, Via Stendhal 36, Tel. 0039/0242293745

Roberto Cavalli

Bild: Picture Alliance

Das „Just Cavalli Cafè“ präsentiert sich als  extravagant gestalteter Club mit Restaurant und befindet sich in einer Art Stahl- und  Glaskugel im lauschigen Grün des Parco Sempione. Wie bei den anderen Kreationen des eklektischen Designers fehlen weder Leopardenmuster noch Rosendekor, wobei sich die Einrichtung fast so oft ändert wie seine Kollektionen. Gäste wie Naomi Campbell, Sting oder Lionel Richie fühlen sich trotzdem wohl und bestellen Austern, Pasta mit Hummer oder gegrilltes Rinderfilet. Dazu werden Roberto Cavallis eigene Weine  aus der Toskana serviert, danach auch gerne ein Roberto-Cavalli-Wodka „on the rocks“. Im Sommer stehen zwei Tanzflächen und drei Bars im Freien zur Verfügung, an manchen Abenden vergnügen  sich hier weit über 1000 Gäste. Da sich das Lokal nicht im Zentrum befindet, verirren sich kaum Touristen hierher, und die Mailänder-Szene bleibt ganz unter sich. 

 

Just Cavalli Cafè, Viale al Parco Luigi Camoens, Tel. 0039/02311817

Bild: fotolia

Gucci

Erstaunlich bescheiden gibt sich das Gucci Café in der wunderschönen Galleria Vittorio Emanuele. Die zwei Handvoll runder Tische, die vor dem Gucci-Laden für Gäste bereitstehen, sind leicht zu übersehen, zumal sie durch eine grüne Hecke vor den neugierigen  Blicken der Passanten geschützt sind. Dafür gibt es hier hervorragenden Kaffee, zubereitet mit Bohnen von den weltweit besten Plantagen, der mit einem Glas Wasser und einem Schokolädchen serviert wird. Wer möchte, kann zum  Cappuccino und Prosecco Kekse, Muffins oder Pralinen mit Kaffee-, Pfeffer- oder Zimt-Aromen bestellen,  her­gestellt von Mailands Vorzeige-Patissierie „L’Antica Arte del Dolce“. Für den etwas größeren Appetit stehen Quiches, Sand­wiches oder „Empaghinas“ (gefüllte Teigtaschen) bereit.  Die Drinks sind zwar so überteuert wie die Handtaschen, doch  das Ambiente ist ganz „alla milanese“. 

 

Gucci Café, Galleria V. Emanuele II, Tel. 0039/028597991

Trussardi

Bild: Picture Alliance

Direkt neben der  berühmten „Scala“ steht ein imposanter Palast aus dem 18. Jahrhundert, in dem sich Trussardis Firmenzentrale befindet. Im Erdgeschoss sind der Flagshipstore und das „Café Trussardi“ untergebracht, ein luftiges, helles Café mit hohen Fensterfronten, Designermobiliar und einer verglasten, begrünten Veranda, die im Sommer geöffnet wird. Mailänder kommen schon am Morgen auf einen Cappuccino vorbei, zum Lunch gibt es u. a.  köstliche Hamburger. Ein Stockwerk darüber isst man im elegant-modern eingerichteten „Il Ristorante“, dessen norditalienische Klassiker wie Risotto mit gebratenem Kalbsbries oder Mailänder Schnitzel mit geröstetem Chicoree mit zwei Michelin-Sternen  aus­gezeichnet wurden. Alles ist einfach, unprätentiös und mit erstklassigen  Zutaten zubereitet – ganz so, wie es der  Trussardi-Philosophie entspricht. 

 

Café Trussardi, Piazza della Scala 5,  Tel. 0039/0280688295

Dolce & Gabbana

Bild: Picture Alliance

„Unsere Kunden möchten einkaufen, sie legen auch Wert auf einen guten Haarschnitt und setzen sich gerne in eine schicke Bar“, sagt Stefano Gabbana. Also eröffneten Dolce & Gabbana direkt neben ihrem Herrenladen am Corso Venezia einen nostalgischen „Barber Shop“ und die in theatralischem D&G-Stil gestaltete „Martini Bar“ mit schwarzen Wänden und Ledersofas, blutroten Servietten und einem rot­goldenen Drachen, der über den pechschwarzen  Mosaikboden kriecht. Die Vorlieben der Designer  spiegeln sich auch im kulinarischen Angebot wider: Auf der Karte stehen Orangen-Fenchel-Salat und Nudeln mit Sardellen, Kapern und schwarzen Oliven, aber auch eine gelungene „Fish’n’Chips“-Variante  auf Seeteufel-Basis und eine perfekt zubereitete „cotoletta alla milanese“, die Mailänder Version des Wiener Schnitzels.  

 

Barber Shop, Corso Venezia 15, Tel. 0039/0276011154

 

 

 

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