Tokio in München: Emiko
Der kulinarische Nabel Münchens ist nun mal der Viktualienmarkt. Insofern hat das Gastro-Erfolgsduo Rudi Kull (Gastronom) und Albert Weinzierl (Architekt) das richtige Gespür gehabt, ihr neues Hotel Louis mit seinem japanischen Restaurant Emiko direkt über den Verkaufsständen des weltberühmten Genussmarktes anzusiedeln.
Text: Helga Baumgärtel

Die Suche der beiden Gastronomen nach Perfektion ist in jedem Winkel dieses trendigen Bar-Restaurants zu spüren. In der Küche stehen vier Spitzenköche aus Tokio, dieser neuen kulinarischen Hochburg, die mehr Michelin-Sterne aufweist als jede andere Weltstadt rund um den Globus.
Der Weg ins Paradies von Sushi, Sashimi & Co. führt durch die Bar. Und hier würde man schon am liebsten hängen bleiben bei den außergewöhnlichen Cocktails, angereichert mit Pflaumenwein, Sake, Mandarine, Litschi, Zitronengras, Ingwer und Thai-Basilikum. Von den globalen Klassikern ganz zu schweigen. Auch das Tee-Zeremoniell kann man hier schon mal vor oder anstelle des Essens genießen.
Das Sharing-Prinzip
Japanisches Essen ist ein kommunikatives Erlebnis mit Familie und/oder Freunden. Insofern sitzt man auch im Restaurant mit dem hübschen japanischen Mädchennamen Emiko rings um schlichte runde oder eckige Tische und lässt sich nach dem „Sharing-Prinzip“ bedienen. Alles wird in der Tischmitte serviert und jeder gabelt – na ja, eigentlich müsste es wegen der japanischen Essinstrumente heißen „stäbelt“ – ein Dutzend Sushi-Variationen oder Maki-Rollen (z.B. süße Garnelen mit frischer Mango) auf den Teller. Bei den „Modern-Style Sashimi“ sticht besonders das „vom Wagyu-Beef Natur mit zweierlei Dips und Himalaya-Salz“ hervor (22 Euro). Das butterzarte Wagyu-Rind ist ähnlich dem Kobe gezüchtet. Aber es gibt auch bayerisches Färsenfilet aus artgerechter Haltung und ein Donald-Russell-Entrecote, das zarte Black- Angus-Fleisch des irischen Unternehmers.
Bei den warmen Gerichten sollte man unbedingt „Fisch-Dango“ probieren, kleine Fischbuletten mit Chili-Wasabi-Dip (14 Euro), oder die ausgelöste Wachtel mit Hoisin-Ponzu-Sauce (11 Euro). Natürlich sind die Portionen Miniatur – insofern summieren sich sechs bis acht Bestellungen zu einer ganz erklecklichen Rechnung. Die junge Sommeliere Assunta, genannt Susie, hat auf der Weinkarte nicht nur Champagner, sondern vor allem die besten Weingüter aus Deutschland und Österreich versammelt. „Aber“, sagt sie lächelnd, „Sake schmeckt ja auch sehr gut.“
Und vom offenen Glas Sake (6,50 Euro) donnert es auf der Preisskala dann wahrlich hoch bis zu Shinrai Donnergott, einem jungen klaren Sake der neuen Generation in Japan, die Flasche für immerhin 130 Euro. Na denn: Kampai!
Informationen
Emiko im Hotel Louis
Viktualienmarkt 6, München
Tel. 089/4111908-111
geöffnet täglich von 18.00 bis 23.30 Uhr
www.louis-hotel.com





