Landhaus Mönchenwerth

Kunstvolle Kreationen für Auge und Gaumen.
Text: Lotte Becker-Voss
Alte Testerweisheit: Schmecke die Sauce und du weißt, ob der Koch was kann. Bei Guy de Vries im Landhaus Mönchenwerth im vornehmen Meerbusch schmeckt man das Können schon bei der Traubenmost-Senfsauce zum Loup de Mer – dunkel, samtig, fein säuerlich Wein und Senf zu ahnen. Nicht minder lecker der Calvadosrahm zum Rehrücken, begleitet von Rehkoteletts, einer Scheibe gebratenem Semmelknödel und Spitzkohlstrudel mit Samthaubenpilzen. Der Loup de Mer kam mit hübsch aufgeschnittenen violetten Kartoffelstücken und reichlich gekochten Büsumer Krabben. Zum sanft pochierten Kabeljau gibt es eine angenehme Gurken-Wasabi-Sauce, mit scharfer Frische kühl im Mund.
Begonnen hat unser Mahl mit einem Amuse-Bouche aus dem simplen rheinischen „Himmel un Äd“ – ein Klacks sahnig-muskatiges Kartoffelpüree wird flankiert von einer Minischeibe kross gebratener Blutwurst und einem olivengroßen Apfelkügelchen, bestreut mit gerösteten Speckkrümeln. Superb. Guy de Vries ist Küchenchef und Patron des direkt am Rhein auf der Höhe der Düsseldorfer Messe gelegenen Restaurants. Ganz früher ein beliebtes Ausflugslokal, ganz-ganz früher, im 19. Jahrhundert, eine Samenzuchtanstalt und vordem ein Klosterhof. Schon im 17. Jahrhundert entwickelte sich aus der Rheininsel das angelandete Mönchenwerth.

De Vries hat den Blick für ansehnliche Präsentationen in den Genen. Der Vater war Kunstmaler, sein Hobby ist die Fotografie. Er gestaltet nicht nur den Hausprospekt, sondern auch die Gerichte, die seine Küche verlassen. Farben und Geschmacksnoten sind fein aufeinander abgestimmt. Ein Beispiel für die ansprechende Kombination von Gaumen- und Augenschmaus ist das Dessert mit dem verheißungsvollen Namen „Adaption eines Parfums“. Die fruchtigen Noten des Parfums Miracle von Lancôme übersetzt de Vries in Litschi, Grapefruit, Ingwer, kandierte Veilchen und Rosenknospen, garniert mit einer kristallklaren Zuckerblase und schneeweißem Miracleduft-Schaum. Allerliebst anzuschauen und köstlich mundend. Der Küchenstil im Mönchenwerth ist französisch und sehr leicht. Renner im Angebot: das Mönchenwerther Tatar. Bürgerlich zubereitet, aber prägnant abgeschmeckt. Die Gäste fragen immer wieder danach. Und nach der klassischen Brasserieküche, die der Elsässer de Vries besonders pflegt. Mit Innereien wie Kalbsnierchen mit Pommery-Senf-Sauce und Kalbsbries mit Portweinsauce und fabelhaft gewürztem Knoblauch-Kartoffelpüree. „Pour le plaisir“ heißen die Schmankerl auf der Karte – „tout le plaisir“ freut sich die Zunge. Etwa über die Bouillabaisse mit Rouille und Croûtons, und über die auf den Punkt gebratenen Lammkoteletts mit Ratatouille und keck gepfeffertem Basilikumjus.
Getrunken werden hier natürlich überwiegend französische Weine in exzellenter Auswahl zu bemerkenswert moderaten Preisen. Das Ambiente: elegant und großzügig. Die große Terrasse mit Blick über den Rhein ist im Sommer ein traumhaft schöner Aufenthalt mit edel eingedeckten Tischen. Der Service unter der souveränen Leitung von Restaurantchef Sascha Bürgel: kompetent und fürsorglich.
Info
Landhaus Mönchenwerth
Niederlöricker Straße 56
40667 Meerbusch-Büderich
Tel. 021/757650
Küche von 18 bis 22 Uhr geschlossen, mittags außer Sonntag und Montag, Reservierung erforderlich, Menü ab 53 Euro.
Interessante Bankettangebote auf Anfrage





