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Fränkisch global

Im Restaurant Mittermeier in Rothenburg verschmelzen regionale und internationale Spezialitäten.

 

Text: Lotte Becker-Voss

 

 

Grau und Rot dominieren den Gastraum im Restaurant Mittermeier auf dezente Weise


Tradition und Moderne könnte das Motto von Christian Mittermeier lauten, denn beide vertragen sich in der Küche des Patrons, eines gelernten Metzgers, ausnehmend gut. Wer den Beweis sucht, bestellt am besten den fränkischen Sauerbraten mit Kapern, confierten Kartoffeln und Blumenkohl und danach den Raviolo vom Kaisergranat mit würziger Ajo Blanco, einem putzigen feinkrümeligen Spinatbisquit und dicken, saftigen Trauben.

 

An den Töpfen und Pfannen herrscht Küchenchef Mathias Apelt, und dass er bei Juan Amador gearbeitet hat, beweisen seine würzigen Schäume – etwa der von Ziegenfrischkäse im Delice von Erdbeere und Schokolade mit gebranntem Kreuzkümmel. Nur heißen sie hier „Luft“ und sind auch luftiger als ein Schaum. Apelt verzichtet auf das Experimentieren mit Stickstoff und das Anrichten von Flüssigem in Pipette oder Reagenzglas. Er brät sensibel Obst, nämlich fast reife Aprikosen zu perfekt gegartem Lammrücken, Lasagne von Aubergine und Tomate mit Poweraden. Und er röstet stimmig Pfirsiche zu knackigem Zander, geschmorten Zwiebeln und Pfifferlingen mit Schnittlauchsauce. Die Süße von Lakritz und reifer Passionsfrucht har­moniert mit herber Brunnenkresse zum saftigen Red-King-Wildlachs aus Alaska. Da treffen Produkte aus dem fernen Nord- und Südamerika auf solche aus Europas naher fränkischer Region.

Aufmerksamer Service, elegantes Ambiente

Apropos Herkunft der Zutaten: Die Mittermeiers kennen ihre Liefe­ranten aus dem Umland durch und durch. Und sie tummeln sich auf unterschiedlichen Märkten. Sie stellen selbst Honig her, Mostrich und natürlich Weine. Fränkische, versteht sich. Diese haben sie aber auch von den namhaften Frankenwinzern. Von Wirsching, Castell, Fürst und Ruck zum Beispiel. Glücklich ist Mittermeier über seine südafrikanischen Gewächse, deren gesamter Ausbau von ihm dirigiert wird. Die Gewinne aus diesem Geschäft dienen einem Sozialprogramm: zwei Lehrlinge aus Südafrika werden bei Mittermeier zu Köchen ausgebildet.

 

Eine Vorspeise fanden wir besonders delikat: knackig gebratene Jakobsmuscheln mit abwechselnd geschichte­ten eingelegten grünen und roten Tomaten auf einem Sockel aus fränkischer Blutwurst. Zum Wiederkommen köstlich war das extravagante Dessert aus Litschi, einem Sorbet von grünem Tee mit karamellisierten Teeblättern und knisternden Joghurt-Minibaisers. Aufmerksamer Service, elegantes Ambiente mit edler Geschirr- und Besteckausstattung bestimmen die Wohlfühlatmosphäre. Extra-Tipp: Kommen Sie mit vielen Freunden ins Sterne-Restaurant Mittermeier und lassen Sie eine der zahlreichen Magnumflaschen köpfen – die Auswahl von Südafrika bis ins Piemont ist bemerkenswert.  

Informationen

Mittermeier im Hotel Villa Mittermeier
Vorm Würzburger Tor 9
91541 Rothenburg o.d.Tauber
Tel. 09861/9 54 40, Fax 94 54 94
E-Mail: undefinedinfo(at)villamittermeier.de
undefinedwww.villamittermeier.de
Küche 19 bis 21.30 Uhr, 
geschlossen: sonntags, montags, mittags außer samstags
Menü ab 54 Euro, DZ ab 90 Euro, Suite ab 228 Euro

In diesem Artikel
  1. Restaurant Mittermeier

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