Restaurant Saliba: 1.001 syrische Genüsse
Mit einem Lächeln nimmt die junge Kellnerin das erste Schälchen vom Tablett. „Kubbeh“, sagt sie, dann „Labbaneh“ und – ahhh, endlich – „Humous“. Nach und nach füllt sich der mit Linsen und Rosenblättern dekorierte Tisch mit rechteckigen Porzellanschälchen voller kunstvoll angerichteter Häppchen.
Von Sophia Schillik

- Wer im Saliba speist, begibt sich auf eine kulinarische Reise quer durch das Land der orientalischen Gaumenfreuden. Foto: Saliba
Als Sie fertig ist, sitzen wir vor einem verlockenden Mosaik köstlicher Vorspeisen, der Mazza. Das kulinarische Abenteuer kann beginnen, immerhin sagt man der syrischen Küche nach, neben der libanesischen die beste des Vorderen Orients zu sein: vielfältig, raffiniert, aromenreich, vor allem aber reich an sinnlichen Gewürzkom-positionen.
Hannah Saliba, Sohn eines Tabakhändlers, ehemaliger Seefahrer und leidenschaftlicher Genießer, ist stolz auf die traditionsreiche Küche seiner Heimat – und darauf, sie den Hanseaten nähergebracht zu haben. Längst ist das Saliba eine kulinarische Institution, wenngleich sich mit der Schließung der beliebten Dependance in der Leverkusenstraße das Imperium ein wenig verkleinert hat.

- Die Alster-Arkaden: schicker, beliebter Ort und Heimat für das Saliba. Foto: Saliba
Köstlicher Reigen für die Geschmacksnerven
Deutlich privater ist das noch bestehende Restaurant in den Alster-Arkaden, schmal auch die Wendeltreppe, die in den Speiseraum im ersten Stock führt. Die Mazza aber, deren Vielfalt die unterschiedlichen kulturellen Einflüsse Syriens widerspiegelt, sind genauso köstlich wie immer und für uns eine schöne Mischung aus alten Bekannten und Neuentdeckungen.
Zum „Humous“ gesellen sich knusprige Falafel, der wunderbare Petersilien-Bulgur-Salat „Tabouleh“, mit Rosenwasser parfümierte Möhren und das rauchig-süßliche „Baba Ganoush“ (Auberginencreme). Der Rest der Vorspeisen ist dem saisonalen Angebot angepasst. Dazu gibt es ein samtiges Öl und ein duftendes Dukkah (eine orientalische Nuss-Gewürzmischung), in das sich das noch warme Fladenbrot allzu gerne stippen lässt.
Dass die gekonnt ausbalancierten Mazza nur winzige Portionen sind, stört nicht, denn in ihrer Summe ergeben sie durchaus ein abendfüllendes Mahl. Bei den Hauptspeisen wie Seewasser-Scampi auf Apfel-Curry-Sauce (21 Euro), zartes Saatar-Lamm (22 Euro) oder Entenbrust auf Aprikosen-Pflaumen-Sauce (18,50 Euro) bekommt jeder seinen eigenen Teller – auch nicht schlecht. Überrascht lassen wir unsere Geschmacksknospen von der harmonischen Mischung aus üppigen und filigranen, süßen und salzigen Komponenten kitzeln.
Wer sich führen lassen möchte, wählt das Arkaden-Menü (59 Euro) und darf sich auch auf die begleitenden Weine freuen wie einen 2006er Bordeaux Bel Air vom Weingut Schröder & Schüler. Einzig auf die klebrig-süßen Teilchen zum Dessert hätten wir verzichten können – nicht jedoch auf den mit Kardamom gewürzten Mokka, der den Reigen orientalischer Sinnesfreuden komplettiert und das Geheimnis der syrischen Küche auch im Kleinen sichtbar macht: einfach köstlich, köstlich einfach.
Info
Restaurant Saliba,
Alsterarkaden,
Neuer Wall 13, 20359 Hamburg,
Tel. 040/345021
Täglich geöffnet von 11-23 Uhr,
info(at)saliba.de,
www.saliba.de




