Spitzenküche: Titus
Titus: Kein Prunk, kein aufgesetztes Design. Solide Bequemlichkeit wie im Esszimmer zuhause oder bei Freunden nebenan.
Text: Lotte Becker-Voss

- Restaurantchef und Sommelier Andreas Fricke (l.) und Chefkoch Dieter „Titus“ Grubert setzen auf Erstklassigkeit ohne Prunk
Titus, das kleine Restaurant mit der Spitzenküche, macht zunächst einmal wenig her. Kein Prunk, kein aufgesetztes Design. Solide Bequemlichkeit wie im Esszimmer zuhause oder bei Freunden nebenan. Aber dann, wenn etwas auf den Tellern erscheint, schnalzt der Connaisseur am liebsten mit der Zunge. Als wohlerzogener Gast lässt man das natürlich bleiben und delektiert sich genießerisch an den lukullischen Darbietungen. Der Name Titus hat nichts mit dem Heiligen zu tun und nichts mit dem römischen Kaiser. In der Küche regiert Dieter „Titus“ Grubert. Er macht gelegentlich mal eine Anleihe beim Molekularkoch Ferran Adrià. Mit einer Strukturveränderung hier und einem Schäumchen da. Grundlegendes Ummodeln der Produkte aber liegt ihm fern. Fein und rein das Amuse bouche mit Räucheraal und Dörraprikosen, einem glatten Kürbissüppchen und Currycroutons. Üppig die Portion der Gänseleberterrine mit aromatischem Apfel-Vanillepürree und Schokoladetropfen. Alle Hauptgerichte bietet Grubert als große und kleine Portionen an. Da fällt es nicht schwer, ein Menü komplett zu verspeisen.
Experimentierfreudige Küche

Die Brust vom Schwarzfederhuhn war saftig und wurde ergänzt mit frischen duftenden Preiselbeeren und gehobelten, rohen Steinpilzen. Bemerkenswert schmackhaft ein samtiger Rotweinspinat zum Lammrücken aus Irland an herzhafter Rosmarinsauce. Mit angenehmer Schärfe punktete die apart-würzige Purple-Currysauce mit butterzartem Filetstück vom australischen Wagyu-Rind. Prall das Fleisch, in austarierter Finesse die prägnante Sauce. Die Experimentierfreude des Küchenchefs zeigt sich auch bei den Desserts. Ein aromatischer Weinbergpfirsich mit Biss, von süffigem Himbeerpürree ummantelt. Dazu gesellte sich ein Espresso-Pinacotta, optimiert von einem vorzüglichen Pfefferminzparfait. Ein Karamelapfel erschien auf röschem Blätterteigfüßchen mit Kokos- und Cassiseis. Ein überzeugender, harmonischer Genuss.
Aufregend charaktervoll
Die Experimentierfreude des Küchenchefs zeigt sich auch bei den Desserts. Ein aromatischer Weinbergpfirsich mit Biss, von süffigem Himbeerpürree ummantelt. Dazu gesellte sich ein Espresso-Pinacotta, optimiert von einem vorzüglichen Pfefferminzparfait. Ein Karamelapfel erschien auf röschem Blätterteigfüßchen mit Kokos- und Cassiseis. Ein überzeugender, harmonischer Genuss.
Fazit: Das fast spartanisch anmutende Restaurant bietet eine aufregende, charaktervolle, produktnah konzipierte Küche mit witzigen kulinarischen Einfällen.
Informationen
Restaurant Titus
Wiehbergstraße 98
30519 Hannover-Döhren
Tel. 0511/835524, Fax 0511/8386538
www.gourmetguide.com/titus
E-Mail:
restaurant-titus(at)t-online.de
Küche von 18.30 bis 22 Uhr, geschlossen mittags, sonntags und montags
Menü ab 52 Euro, Reservierung empfohlen





