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Adel verpflichtet: Villa Rothschild

Kaum eine halbe Autostunde von Frankfurt entfernt liegt die hochherrschaftliche Villa Rothschild diskret im gleichnamigen Park. Erbaut als Sommerresidenz der berühmten Bankiersfamilie Rothschild, trafen und treffen sich dort Blut- und Geldadel sowie Prominenz aus Wirtschaft, Kunst und Kultur.

 

 


Das prächtige Anwesen wurde in altem Glanz mit modernstem Komfort wiederbelebt und gilt als allererste Adresse für feines Wohnen, Tagen und natürlich Speisen.Dafür sorgt der mit Michelin-Stern ausgezeichnete Küchenchef Chris­toph Rainer, der schon bei Heinz Winkler und Dieter Müller kochte. Seine eigene Note beweist er mit Leichtigkeit, konsequenter Produkttreue und seinem Sinn für überraschende Präsentationen. Jeder Teller ist eine Augenweide – vom eleganten Geschirrteil bis zum Arrangement der Speisen. Er legt viel Wert auf Mundgefühl, lehnt dekonstruierte Produkte ab.

 

Die Zutaten bleiben erkennbar und behalten ihren typischen Geschmack. Zum Beispiel beim Amuse Bouche von Gurke und Rettich – geeist, geliert, geschäumt, mit einem Crémeux von der Taunusforelle. Apropos Taunus: Auch hier findet Rainer gute Hersteller einwandfrei­er und besonderer Produkte. Wir probierten eine Gänseleber der Region als Tortenschnitte auf Baumkuchensockel mit grünem Apfelgelee, einem schmalen Schokostreifen, Lakritzsorbet und gekrusteter Le­berpraline. Dazu regionaler Apfelperlwein: eine stimmige Köstlichkeit. Überhaupt gefielen uns die als Begleitung empfohlenen Weine sehr.

 

Ein wahrer Augenschmaus der Fischgang: die auf den Punkt gebratene Tranche vom kanadischen weißen Heilbutt auf einem kräftig orangen Croustillant von Königskrabbe und Koriander, ergänzt durch confierten Pimento. Da freuen sich Augen und Gaumen.  

Kulinarischer Clou, das Noirans-Ei

Diesen kulinarischen Gag sollten Sie sich keinesfalls entgehen lassen: das Noirans-Ei, ein pochiertes Eigelb in geschäumter Ge­flü­gelessenz mit Steinpilzen und Zuckermais. Nachkochen ist zu kompliziert, darum einfach wiederkommen. Das lohnt sich auch immer für die Fleischgerichte. Bei unserem Besuch war es ein butterzartes Filet vom Hereford-Rind, samt geschmorten Bäckchen.

 

Dazu gab es eine karamellisierte Zwiebeltarte und aparten Essigjus. Das Filet mild geräuchert und dann pochiert. Zum Nachtisch dann Manjari-Schokolade à la Gewürz-Birne-Hélène: samtiges Birnentrestersorbet mit einem Gewürzsäckchen und Pekannuss-Nougat. Als Tüpfelchen dazu eine 98er Spätburgunder Beerenauslese aus Baden. Fast ein Muss nach solchem Fine Dining ist ein Digestif in der schicken Tizian’s Bar. Und dort selbstverständlich eine der zahlreichen exzellenten Rum-Spezialitäten. 

Informationen

Villa Rothschild
Im Rothschildpark 1
61462 Königstein
Tel. 06174/29080
undefinedwww.villa-rothschild.com  
Küche: 12–13.30, 18–21.30 Uhr
geschlossen: sonntags, montags
Menü ab 85 Euro, Mittagsmenü 39 Euro

 

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